Rostock: Wiedervernässung der Moore

Die "WETSCAPES-Konferenz" findet vom 10. bis 13. September 2019 an der Universität Rostock statt.

Mit der Wiedervernässung der Moore wird ein bedeutender Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Bild: GABOT.

Vom 10. bis 13. September 2019 werden mehr als 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland zur internationalen „WETSCAPES-Konferenz" an der Universität Rostock über die Wiedervernässung trockengelegter Moore diskutieren.

Dass eine Wiedervernässung der Moore einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, darüber ist sich die Fachwelt einig. Eine Wiedervernässung senkt die Freisetzung schädlicher Treibhausgase. Dabei gehen jedoch ehemals trockengelegte landwirtschaftliche Nutzflächen verloren. Bei der Tagung soll insbesondere die Frage geklärt werden, wie Wiedervernässung land- und forstwirtschaftlicher Moorflächen mit fortgesetzter wirtschaftlicher Nutzung kombiniert werden kann. Neueste Erkenntnisse über die bei der Wiedervernässung ablaufenden Prozesse in Boden, Wasser und Luft werden von Wissenschaftlern und Anwendern vorgestellt und zusammengebracht, die an natürlichen, künstlich entwässerten oder wiedervernässten Mooren arbeiten.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen. Interviews mit den Wissenschaftlern der Universitäten Rostock und Greifswald können vor allem am 10. September 2019 zwischen 8:30 Uhr und 9:00 Uhr oder zwischen 12:00 Uhr und 13:00 Uhr geführt werden. Auf die Session “Peatland rewetting, land management and policy” („Moor-Wiedervernässung, Landnutzung und Politik“) am 10. September 2019 ab 13:00 Uhr sei besonders hingewiesen. Professor Reinhard Hüttl, Direktor des Geoforschungszentrums Potsdam, wird einen Plenarvortrag über die Forschungsaktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern halten.

Nicht zufällig wird die Tagung in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden. Moore bedecken in diesem Bundesland 13% der Landfläche und können, abhängig vom Wasser- und Landmanagement, erheblich zum Klima- und Gewässerschutz beitragen. Wird ihr Kohlenstoffspeicher, der Torf, entwässert, kommt es zur Umwandlung in schädliche Treibhausgase. In Mecklenburg-Vorpommern stammt derzeit ein Drittel der gesamten Treibhausgasemissionen aus entwässerten Mooren. Daher haben sie eine herausragende Bedeutung für die zukünftige Senkung der Treibhausgasemissionen. Seit 2000 wurden im Land großflächig Wiedervernässungen umgesetzt, die schon einen erheblichen Beitrag leisten und für die Wissenschaft besonders wertvolle Forschungsflächen sind. Neue, innovative Praxis-Beispiele von Wiedervernässung und „nasser“ Landnutzung, beispielsweise Nasswiesen zur Heugewinnung oder Wärmeerzeugung, Nassweiden mit Wasserbüffeln oder Schilf- und Rohrkolbenanbau zeigen, dass wiedervernässte Flächen auch wirtschaftlich genutzt werden können. Klimaschutz auf Mooren funktioniert also. Angesichts der Klimakrise müssen jedoch in noch viel mehr Moorflächen die ursprünglichen, nassen Verhältnisse wiederhergestellt werden. Grundlage für eine optimale Wiedervernässung und Landnutzung ist das Verständnis der biogeochemischen und ökologischen Eigenschaften dieser neuen Ökosysteme. Deren Erforschung widmet sich derzeit das durch das Exzellenzforschungsprogramm des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit 5 Mio Euro geförderte vierjährige Verbundforschungsprojekt WETSCAPES (abgeleitet aus „wet“ und „landscapes“). Das Projekt wird an den Universitäten Greifswald, Partner im Greifswald Moor Centrum, und Rostock durchgeführt und veranstaltet die WETSCAPES-Konferenz. Die Konferenz ist englischsprachig. (Universität Rostock)