Gartenbau: Torf in der Diskussion

Substrate 2030 - Anforderungen, Verfügbarkeit und Eigenschaften. Unter diesem Titel wurde am 17. September in der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Hannover-Ahlem die Zukunft für die Substrate im Gartenbau beleuchtet.

Substrate 2030 – Anforderungen, Verfügbarkeit und Eigenschaften. Unter diesem Titel wurde am 17. September in der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Hannover- Ahlem die Zukunft für die Substrate im Gartenbau beleuchtet. Die Tagung wurde gemeinsam von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der Deutschen Gesellschaft für Moor- und Torfkunde (DGMT) und dem Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) durchgeführt.

ZVG-Vizepräsident Hartmut Weimann betonte, dass Torf im Gartenbau ein unverzichtbarer, risikominimierender und exzellenter Substratausgangsstoff ist. Basis des wirtschaftlichen Erfolges ist ein hochwertiges Kultursubstrat. Alternativen zur Minderung des Einsatzes von Torf stünden zur Verfügung, derzeit jedoch nicht in ausreichenden Mengen. Die Verfügbarkeit müsse erst gesichert werden, ebenso eine qualitativ hohe Eignung.

Professor Dr. Bernhard Beßler, Leiter der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau, Hannover- Ahlem, erachtet es als sinnvoll und notwendig, sich über Alternativen auszutauschen, gerade im Hinblick auf die Zukunftsstrategie Gartenbau. Dabei sei Kommunikation unverzichtbar, um proaktiv Wissen und Fakten in die Gesellschaft und an alle Akteure zu tragen.

Silke Kumar, DGMT, knüpfte an die aktuellen Diskussionen zum Torfabbau in Niedersachsen an und begrüßte den gemeinsamen Gedankenaustausch zwischen Erdenherstellern, Praxis- und Verbandsvertretern.

In verschiedenen Vorträgen wurden Praxisanforderungen, Verfügbarkeit der wichtigsten Erden- und Substratausgangsstoffe sowie Umweltaspekte wie Klimaauswirkungen thematisiert. Deutlich wurde, dass Torf auch im Jahr 2030 noch ein unverzichtbarer Bestandteil sein wird. Neue Lösungen für alternative Substratbestandteile in großen Mengen seien nicht in Sicht. Die Mengen anderer Ausgangstoffe erlaubten zwar eine anteilige Beimischung, die Qualitäten und die Kultursicherheit müssten dabei aber gewährleistet sein, betonten vor allem die Vertreter aus der Praxis. Grundsätzlich gehe es um einen verantwortungsvollen Umgang mit Torf. Dazu beitragen könne die Zertifizierung zum „Responsibly Produced Peat“ (RPP). Das System wurde dazu vorgestellt.

Der ZVG wies darauf hin, dass es notwendig sei, einerseits die Politik einzubinden und die politischen Diskussionen intensiver zu begleiten und andererseits einen „Runden Tisch“ aller Akteure mit dem Thema „Substrate 2030“ schon bald zu initiieren. (ZVG)