Einheitserde: Nachwachsende Innovationen bei Erden

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft forciert mit einem Modell- und Demonstrationsverfahren den Einsatz torfreduzierter Substrate im Zierpflanzenbau.

Viele Forschungsergebnisse und zahlreiche Praxistests zeigen, dass sich auch in torfreduzierten und torffreien Substraten hochwertige Zier- und Kulturpflanzen erfolgreich produzieren lassen. Mehrere Gartenbaubetriebe hat Einheitserde bereits komplett auf nachhaltige Substrate umgestellt. Bild: Einheitserdewerke.

Schon seit den 1980ern entwickelt der Einheitserde Werkverband Substrate mit Torfersatzstoffen, also lange, bevor die Diskussion überhaupt ins Rollen kam. Dabei ging es zunächst weniger darum, Torf zu ersetzen, sondern vielmehr darum, ihn zu veredeln.

Produkteigenschaften durch Torfersatzstoffe optimieren

„Im Gegensatz zu anderen Herstellern befassen wir uns nicht erst seit Kurzem mit dem Thema. Torfersatz ist bei uns über Jahrzehnte gewachsen“, sagt Dipl.-Ing. (FH) Thomas Will, Produktmanager und Verkaufsleiter bei Einheitserde. Bereits seit den 1950ern gibt Einheitserde seinen Substraten Ton zu. „Damals ging es aber weniger darum, Torf zu ersetzen, sondern vielmehr darum, ihn kulturfähig zu machen, also zu veredeln“, erklärt Will. Weißtorf hatte nur eine schwache Puffer- und Wasserspeicherfähigkeit, die durch Ton deutlich erhöht wurde. Seit den 1980er Jahren kamen weitere Torfersatzstoffe hinzu. Heute nutzt Einheitserde je nach Anwendung 12 nachhaltige Zuschlagstoffe, insbesondere Holzfaser in Kombination mit Naturton. „Dabei geht es uns noch immer vorrangig darum, die Produkteigenschaften für bestimmte Anwendungen weiter zu optimieren. Torfersatzstoffe im richtigen Verhältnis richtig gemischt sind unter Umständen sogar geeigneter als Torf“, sagt Will.

Die Zukunft gehört Holzfasern

Eine bedeutende Rolle bei der Torfreduzierung spielen Holzfasern. „Sie sind nicht nur ein regional nachwachsender Rohstoff, sondern kommen den chemisch-physikalischen Eigenschaften von Torf sehr nahe.“ Sie lockern die Erde auf, verbessern Drainagefähigkeit, Wiederbenetzbarkeit sowie Luftzirkulation, fördern schnelles Wurzelwachstum und eignen sich bei feiner Fraktionierung für Topfmaschinen. Darüber hinaus haben Holzfasern eine gleichbleibende Qualität. Andere Ersatzstoffe wie Rindenhumus und Kompost unterliegen großen Schwankungen im Nährstoffgehalt. „Die Struktur und die damit einhergehenden physikalischen Eigenschaften können wir bei unseren EUROHUM-Fasern durch unterschiedlich feine Absiebungen exakt einstellen“, sagt Will. „Bei der Zerfaserung wird das Material so behandelt, dass keine extra Stickstoffdüngung notwendig ist. Die Nachdüngung muss deshalb nur an Gießwasser bzw. Klima angepasst werden.“ Ein wichtiger Bestandteil von Substraten mit Holzfasern ist immer auch frischer Naturton. Er verbindet nicht nur die einzelnen Komponenten miteinander, sondern verbessert auch Pufferverhalten, Wasserspeicherfähigkeit und Benetzbarkeit.

Erfolgreiche Produktion in torfreduzierten Substraten

Viele Forschungsergebnisse und zahlreiche Praxistests zeigen, dass sich auch in torfreduzierten und torffreien Substraten hochwertige Zier- und Kulturpflanzen erfolgreich produzieren lassen. „Aber es gehört schon einiges dazu, torffreie und -reduzierte Substrate zu entwickeln, die mit Blick auf Kultursicherheit und Verarbeitung klassischen Torfsubstraten in nichts nachstehen“, so Will. Bei der Entwicklung kann Einheitserde nicht nur auf jahrzehntelanges Know-how seiner Ingenieure und Gartenbautechniker, sondern auch auf computergesteuerte Mischanlagen sowie Rohstoffe aus eigener Produktion zugreifen. „Aktuell liegt der Anteil an Torfersatzstoffen in unseren Produktionserden bei über 30%“, sagt Will. „Auch deshalb konnten wir bereits mehrere Gartenbaubetriebe komplett auf nachhaltige Substrate umstellen.“