DBU: Deutscher Umweltpreis geht an Hans Joosten

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) würdigt in diesem Jahr den Greifswalder Moorforscher Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten mit dem Deutschen Umweltpreis, einer der höchstdotierten derartigen Auszeichnungen Europas.

Im Einsatz: Eine seiner Forschungsreisen führte Moorforscher Hans Joosten (links) von der Universität Greifswald nach Nordost-Sibirien in die Tundra Jakutiens. Das Bild zeigt Joosten und seine Mitstreiter bei der Entnahme von Torfprofilen. Für seine herausragenden Forschungen zu Mooren und deren Bedeutung im Kampf gegen den Klimawandel erhält Joosten dieses Jahr den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Der Preis wird am 10. Oktober in Darmstadt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht. Bild: © Greifswald Moor Centrum.

Auf „Moor muss nass!“ verknappt Hans Joosten selbst gerne seine jahrzehntelange Forschung und seinen Einsatz. Mit Charakter, Passion und dem ein oder anderen Häppchen Torf hat er öffentlichkeitswirksam dazu beigetragen, dass die Bedeutung nasser Moore für den weltweiten Klimaschutz global Beachtung findet.

25 Jahre hat der studierte Biologe aus den Niederlanden an der Universität Greifswald nicht nur zu Mooren geforscht und gelehrt, sondern der Moorexpertise in Greifswald ein weltweites Renommee verschafft. In mehr als 600 wissenschaftlichen Publikationen wies der designierte Umweltpreisträger auch darauf, wie sehr die Entwässerung von Mooren zur Klimakrise beiträgt. Auf vielen Forschungsreisen in die Moorgebiete der Welt – von Alaska über den Kongo bis nach Nordkorea – machte er neue Entdeckungen, etwa das mittlerweile als Weltnaturerbe anerkannte Regendurchströmungsmoor in Georgien. Mit PeNCIL schuf Joosten die größte Spezialsammlung von Publikationen zum Thema Moor, mit der Global Peatland Database die umfassendste Datenbank zu Mooren weltweit.

Als Mitbegründer des Greifswald Moor Centrum baute er seinen integrativen Forschungsansatz von Paläo- und Landschaftsökologie, Wise Use und Paludikultur aus zu einer Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis in allen Moorfragen – lokal wie global. Seinen jahrzehntelangen Kampf für den Schutz intakter und die Wiedervernässung trocken gelegter Moore will er für mehr Klimaschutz entschlossen fortsetzen. Für die Politik hat Joosten heute eine klare Botschaft: „Nimmt man das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 ernst – also eine Begrenzung der Erderwärmung auf mindestens zwei Grad Celsius und möglichst 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter –, muss allein Deutschland ab sofort pro Jahr 50.000 Hektar Moorfläche wiedervernässen.“

Joosten, der „alles, was mit Mooren zu tun hat“ als sein Hobby bezeichnet, teilt sich den Preis in Höhe von insgesamt 500.000 Euro mit der international renommierten Wissenschaftlerin Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese. Beiden wird der Preis am 10. Oktober in Darmstadt durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen.

Mit dem Preisgeld will Joosten die am Greifswald Moor Centrum beheimatete und mit etwa 25.000 Publikationen weltweit größte Moorbibliothek „PeNCIL“ zu einem globalen Kenntnis- und Kulturzentrum zu Mooren ausbauen.