IVG: Absatz von Kultursubstraten eingebrochen

Der Absatz von Kultursubstraten für den Erwerbsgartenbau aus deutscher Produktion musste im Jahr 2023 einen Rückgang um 11% im Vorjahresvergleich hinnehmen. Insgesamt wurden gut 3 Millionen Kubikmeter Profisubstrate verkauft, davon 1,8 Mio. cbm im heimischen Markt sowie 1,3 Mio. cbm als Exportware.

Der Gartenbau macht einen großen Schritt bei der Torfreduktion. Bild: GABOT.

Das ist das Ergebnis der Erhebung von Absatz- und Produktionszahlen der Mitglieder im Industrieverband Garten (IVG) e.V. und in der Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen (GGS).

Der Anteil des verwendeten Torfes sank im Vergleich zum Vorjahr in den Profisubstraten außergewöhnlich stark von 77 auf 73%. Holzfasern sind dabei neben Torf der wichtigste Substratausgangsstoff, während sich der Einsatz von Kokosmaterialien im Vergleich zu 2022 verdoppelte. Der Anteil torffreier Erden am professionellen Gesamtmarkt stieg leicht auf 3,5%.

„Damit konnte der Gartenbau einen wichtigen Schritt in Richtung Reduzierung des CO2-Fußabdrucks von Substraten machen. Die Substratbranche befindet sich unverkennbar auf dem Weg, das Ziel der Selbstverpflichtung – nur noch 70% Torf in Profisubstraten bis spätestens zum Jahr 2030 – vorzeitig zu erreichen“, fasst Philip Testroet, Referatsleiter Gartenbau und Umwelt beim IVG, das Ergebnis zusammen. „Die Qualität der Ausgangsstoffe und damit der Kultursubstrate aus deutscher Produktion hat allerhöchste Priorität, dies zahlt direkt auf die Kultursicherheit ein.“

Mögliche Gründe für den Rückgang des Absatzes im Inland könnte der im Jahr 2023 etwas verzögerte Beginn der gartenbaulichen Produktionen sein sowie generelle Unsicherheiten in der Branche. Der weitere Rückgang im Exportgeschäft kann seine Ursachen in der verstärkten internationalen Konkurrenz haben, besonders aus den Niederlanden, sowie in einer weiteren Verlagerung von Produktionskapazitäten an sicherere Standorte. „Die Torfreduktion darf nicht mit der Brechstange auf Kosten ökonomischer Faktoren, also der Wirtschaftlichkeit der Betriebe gehen, die tagtäglich im internationalen Wettbewerb Bestand haben müssen“, so Testroet. „Fehlende Verfügbarkeit von Ersatzrohstoffen in den benötigten Qualitäten sind weiterhin ein Problem für die Torfreduktion, neben ganz einfachen produktionstechnischen und physikalischen Grenzen bei der Kulturführung und Vermarktung.“

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IVG: Absatz von Kultursubstraten eingebrochen

Der Absatz von Kultursubstraten für den Erwerbsgartenbau aus deutscher Produktion musste im Jahr 2023 einen Rückgang um 11% im Vorjahresvergleich hinnehmen. Insgesamt wurden gut 3 Millionen Kubikmeter Profisubstrate verkauft, davon 1,8 Mio. cbm im heimischen Markt sowie 1,3 Mio. cbm als Exportware.

Der Gartenbau macht einen großen Schritt bei der Torfreduktion. Bild: GABOT.

Das ist das Ergebnis der Erhebung von Absatz- und Produktionszahlen der Mitglieder im Industrieverband Garten (IVG) e.V. und in der Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen (GGS).

Der Anteil des verwendeten Torfes sank im Vergleich zum Vorjahr in den Profisubstraten außergewöhnlich stark von 77 auf 73%. Holzfasern sind dabei neben Torf der wichtigste Substratausgangsstoff, während sich der Einsatz von Kokosmaterialien im Vergleich zu 2022 verdoppelte. Der Anteil torffreier Erden am professionellen Gesamtmarkt stieg leicht auf 3,5%.

„Damit konnte der Gartenbau einen wichtigen Schritt in Richtung Reduzierung des CO2-Fußabdrucks von Substraten machen. Die Substratbranche befindet sich unverkennbar auf dem Weg, das Ziel der Selbstverpflichtung – nur noch 70% Torf in Profisubstraten bis spätestens zum Jahr 2030 – vorzeitig zu erreichen“, fasst Philip Testroet, Referatsleiter Gartenbau und Umwelt beim IVG, das Ergebnis zusammen. „Die Qualität der Ausgangsstoffe und damit der Kultursubstrate aus deutscher Produktion hat allerhöchste Priorität, dies zahlt direkt auf die Kultursicherheit ein.“

Mögliche Gründe für den Rückgang des Absatzes im Inland könnte der im Jahr 2023 etwas verzögerte Beginn der gartenbaulichen Produktionen sein sowie generelle Unsicherheiten in der Branche. Der weitere Rückgang im Exportgeschäft kann seine Ursachen in der verstärkten internationalen Konkurrenz haben, besonders aus den Niederlanden, sowie in einer weiteren Verlagerung von Produktionskapazitäten an sicherere Standorte. „Die Torfreduktion darf nicht mit der Brechstange auf Kosten ökonomischer Faktoren, also der Wirtschaftlichkeit der Betriebe gehen, die tagtäglich im internationalen Wettbewerb Bestand haben müssen“, so Testroet. „Fehlende Verfügbarkeit von Ersatzrohstoffen in den benötigten Qualitäten sind weiterhin ein Problem für die Torfreduktion, neben ganz einfachen produktionstechnischen und physikalischen Grenzen bei der Kulturführung und Vermarktung.“

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