Floriforum: Einblicke in die Zukunft

Hochkarätige Referenten teilten dem Publikum auf dem International Floriculture Forum (IFF) in den Hallen der Expo Haarlemmermeer in Vijfhuizen ihre Ansichten zu den wichtigsten Veränderungen im internationalen Handel, in der Logistik und bei Produktinnovationen mit.

Micha Danziger und Hans van den Heuvel auf dem International Floriculture Forum in Vijfhuizen. Bild: GABOT.

Über 200 Personen besuchten das International Floriculture Forum und nahmen aktiv an den Diskussionen teil. So sprachen unter anderen Pieter Elbers (KLM), Marco van Zijverden (Dutch Flower Group) und Jonathan Ralling (Flamingo Horticulture) bevor Micha Danziger (Danziger) und Hans van den Heuvel (Dümmen Orange) über Produktinnovationen und neue Züchtungstechnologien sprachen.

"Wir züchten seit 400 Jahren in den Niederlanden Tulpen und der Prozess hat sich nie verändert. Infolgedessen leiden wir weiterhin an den gleichen Problemen, wie z.B. Fusarium“, wies Hans van den Heuvel auf ein strukturelles Problem in der Züchtungsentwicklung hin. Deshalb investiere Dümmen in neue Wege, um die Züchtung zu beschleunigen, „damit wir uns schneller entwickeln können als die Krankheiten“. Aktuell dauere es bei Tulpen von der Züchtung bis zur Markteinführung rund 20 Jahre; in Zukunft solle es nur noch 6-7 Jahre dauern. Dafür müssten neue Verfahren angewendet werden.

Schnell führte die Diskussion zum Thema CRISPR-Cas. Die EU betrachtet diese Züchtungsmethode als genetische Veränderung (GVO), entsprechend ist diese Technik in der EU nicht zulässig. Hans van den Heuvel führte aus, dass er CRISPR-Cas gerne einsetzen würde, dass es aber genug andere Technologien gebe, um Innovationen zu schaffen. „Die Tool-Box ist voll“, sagte der Geschäftsführer Forschung & Entwicklung von Dümmen Orange. Dümmen Orange arbeite bereits mit verschiedenen Gemüsezüchtern zusammen und van den Heuvel sieht Parallelen bei der Produktentwicklung. Gemüsezüchter hätten bereits vor 30 Jahren begonnen, innovativ zu züchten, um Produkte mit besseren Eigenschaften auszustatten. Diesen Weg müsse man in der Zierpflanzenzüchtung auch gehen.

Auch Micha Danziger setzt sich für neue Züchtungsmethoden ein. Er sieht in der Branche einen Bedarf an Konsolidierung und Innovationen. „Wir sind in einer sich schnell verändernden Welt - der Bedarf an Kooperationen ist groß“. Ein GMO-Verbot schränke Züchter ein, doch er sei Optimist. Der bisherigen Züchtungspraxis räumt Danziger in Zukunft jedoch wenig Chancen ein: „Es gibt noch Platz für konventionelle Züchtungsbetriebe, aber kleinere Unternehmen werden es schwer haben, auf den Markt zu kommen.“

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