Xylella: Ist der Käfer Zelus renardii die neue Allzweckwaffe?

Das Raubtierinsekt Zelus renardii ist in Italien seit 2013 bekannt und kann den Insektenvektor, das Summtonspittokin (Philaenus spumarius) töten und damit die Infektion durch Xylella stoppen oder verlangsamen.

Könnte der Zelus renardii die Rettung bei Xylella sein? Bild: GABOT.

Die Region Apulien ist sehr stark von Xylella fastidiosa in Olivenplantagen betroffen. Nach längerem hin und her werden die europäischen Richtlinien zur Eindämmung von Xylella inzwischen konsequent umgesetzt, wie zum Beispiel die Tilgung infizierter Pflanzen, die bereits Anzeichen einer Infektion aufweisen oder bei denen der Verdacht besteht, dass sie innerhalb von 100 Metern um Xylella infiziert sind. Einkommensverluste sollen durch den Zugang zu einem nationalen Solidaritätsfonds zur Entschädigung der Einkommensverluste betroffener Betriebe kompensiert werden.

Die biologische Bekämpfung mit natürlichen pathogenen Insektenantagonisten ist seit Jahren bekannt und erfolgreich im Praxiseinsatz. In absehbarer Zeit könnte es auch gegen den Insektenvektor Philaenus spumarius verwendet werden, um Xylella fastidiosa entgegenzuwirken.

Im konkreten Fall wäre das nützliche Insekt Zelus renardii, ein Raubkäfer, der aus Nordamerika stammt, sich aber inzwischen auch im Mittelmeerraum gut akklimatisiert hat und sich von Griechenland aus in allen Olivenanbaugebieten verbreitet hat.

Francesco Porcelli, Professor am Lehrstuhl für Bodenkunde, Pflanzen- und Lebensmittelwissenschaften an der Universität von Bari Aldo Moro, führt seit einiger Zeit Studien zu Zelus renardii durch. Neben dem Vektor-Monitoring ist er mit dem Aufbau eines Decision Support Systems zur Eindämmung des Xylella-Befalls befasst.

Wenn die Studien in erfolgreich anwendbaren Verfahren resultieren, kann neben der chemischen Kontrolle, die auf Insektiziden basiert, und der agronomischen Kontrolle, die das regelmäßige Mähen beinhaltet, bald auch die biologische Kontrolle mit Hilfe von Nützlingen umgesetzt werden.

Das Raubtierinsekt Zelus renardii ist in Italien seit 2013 bekannt und kann den Insektenvektor, das Summtonspittokin (Philaenus spumarius) töten und damit die Infektion durch Xylella stoppen oder verlangsamen.

In den Untersuchungen versuchte man, Zelus renardii erwachsenen Philaenus anzubieten und bereits nach wenigen Sekunden äußerte sich die tödliche Aggression von Zelus. Weitere zahlreiche Experimente und systematische Beobachtungen, die noch im Gange sind, zeigen den heftigen Appetit dieses Raubtieres und seine Fähigkeit, große Mengen der Beute zu töten, auch ohne sie zu ernähren. Nun versuchen die Wissenschaftler, geeignete Maßnahmen zu finden, um die Population des Nützlings besser steuern zu können, um zu einem anwendbaren Verfahren für Gartenbau und Landwirtschaft zu gelangen.

Anstehende Veranstaltungen zu Xylella fastidiosa siehe unter "Verwandte Links".