Weihenstephan: Hochschulforum Gartenbau 2017

Die Fakultät Gartenbau und Lebensmitteltechnologie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf veranstaltete am 30.06.2017 das 4. Weihenstephaner Hochschulforum Gartenbau.

Weihenstephaner Hochschulforum Gartenbau - Jährliche Fachtagung für ehemalige Gartenbau-Studierende und alle Interessierten. Bild: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Die Veranstaltung der 4. Weihenstephaner Hochschulforum Gartenbau verbindet wissenschaftlichen Austausch, Festlichkeit und den weiteren Ausbau des Alumni-Netzwerkes. Integriert in das Tagesprogramm war auch in diesem Jahr die Verleihung des Ehrenpreises des Verbandes Weihenstephaner Ingenieure im Bereich des Gartenbaus.

"Stauden - Gärtnerei - Zukunft?"

Das diesjährige Fachforum stellte sich der Herausforderung, den aktuellen Staudenmarkt aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten und einen Ausblick in die Zukunft zu wagen. Einleitend verdeutlichte Prof. Dr. Bernd Hertle, dass Stauden längst nicht mehr nur in Staudengärtnereien kultiviert, sondern in großem Stil in Zierpflanzengärtnereien produziert werden. Eine klare Abgrenzung zwischen dauerhaften Gartenstauden und saisonalen Dekorations-Stauden erscheint kaum mehr möglich. Bei einem nahezu stagnierenden Marktvolumen wird diese Entwicklung von den vier Referenten naturgemäß unterschiedlich beurteilt.

Wilhelm Baum berichtete vom kontinuierlichen Wachstum seines Unternehmens. Im milden Klima des Düsseldorfer Rheinbogens werden auf einer Fläche von rund 35 Fußballfeldern blühende Pflanzen produziert und hauptsächlich über Discounter und den Lebensmitteleinzelhandel vermarktet. Stauden sind für sein Unternehmen genauso Zierpflanzen wie Einjährige und auch Gehölze.

Tellergroße Hibiskusblüten und ungewöhnlich gemusterte Blattschmuckstauden durch raffinierte Artenkreuzungen - über neue Trends und neue Züchtungsmöglichkeiten in den Staudensortimenten berichtete Garry Grüber mit farbenprächtigen Bildern. Er ist seit dreißig Jahren in der Produktentwicklung der Firma Cultivaris GmbH tätig. 3.000 verschiedene Arten und Sorten von Stauden werden in der Bioland-Staudengärtnerei Gaißmayer in Illertissen kultiviert. Dieter Gaißmayer verwies eindringlich darauf, dass es in der Produktion und selbstverständlich auch im Umgang mit Kunden Ehrlichkeit und eines beruflichen Ethos bedarf, was gut ausgebildete Mitarbeiter voraussetzt. Derzeitige Trends wie Kiesschüttungen in den Vorgärten oder massive Abgrenzung durch Gabionen sind auch Folge gärtnerischen Fehlverhaltens, so der Referent.

Dem Thema "Betriebsübernahme - und dann? Chancen und Risiken für indirekt absetzende Staudenbetriebe" stellte sich Christoph Hokema. Vor kurzem hat er den elterlichen Betrieb übernommen und führt die Staudengärtnerei Fehrle jetzt in der 7. Generation. In seinem Ausblick auf die weitere Entwicklung des Unternehmens ging er auch auf Fragen der betrieblichen Ausrichtung ein. In einer offenen Art und Weise verknüpfte er diese Fragestellungen mit Gedanken über seine persönlichen Lebensziele.

Die Technische Leiterin der Weihenstephaner Gärten Dipl.-Ing. Ulrike Leyhe und Prof. Hertle führten am Nachmittag durch den Sichtungsgarten. Sie stellten aktuelle Versuche vor und erläuterten neue sowie vertraute Pflanzungen.

Ehrenpreis des Verbandes Weihenstephaner Ingenieure e. V.

Das Weihenstephaner Hochschulforum Gartenbau bildet einen würdigen Rahmen für die Verleihung des Ehrenpreises des Verbandes Weihenstephaner Ingenieure im Bereich des Gartenbaus. Seit 1958 zeichnet der Absolventenverband jährlich je eine Persönlichkeit aus dem Bereich Gartenbau und dem Bereich Landschaftsarchitektur aus, die sich um die Hochschule besonders verdient gemacht, bzw. sich im Berufsstand besonders ausgezeichnet hat.

In diesem Jahr wurde Herr Dipl.-Ing. (FH) Christian Prentl geehrt. Prentl studierte nach einer gärtnerischen Berufsausbildung in Weihenstephan Gartenbau. Seit vielen Jahren engagiert er sich ehrenamtlich im Bayerischen Gärtnerei-Verband (BGV), zuerst als Ausbildungsbeauftragter für den Bezirk Oberbayern und seit 2010 als Vorsitzender des Ausbildungsausschusses. In dieser Funktion war und ist er ein wichtiger Ansprechpartner der HSWT bei der Konzeption und Durchführung ihres dualen Studienangebotes im Gartenbau. In seinen Dankesworten hob er die Stellung des dualen Verbundstudiums (Studium und Berufsausbildung) noch einmal besonders hervor: "Es ist wunderbar! Es ist sehr positiv was wir, was Sie als Hochschule, hier geschaffen haben!". Hauptberuflich betreibt Christian Prentl zusammen mit seinem Bruder eine Endverkaufs-Zierpflanzengärtnerei in Rosenheim. Nach der Laudatio durch den BGV-Präsidenten Roland Albert machte Prentl in seinem Festvortrag "Kundenwünsche im Endverkauf" an einigen Bespielen eindrucksvoll klar, wie wichtig die Qualität der Ware und ein breites sowie kundenorientiertes Dienstleistungsspektrum ist.

Die gelungene Veranstaltung klang mit einem sehr gut besuchten Alumni-Abend aus. (Quelle: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf)