Universität Hohenheim: Eröffnet renovierte Phytomedizin

Ein neues Dach und neue Fassade, Schadstoff-Sanierung, Dämmung und Umbauten für besseren Brandschutz: All dies war nötig, um den Altbau aus den 60er Jahren wieder gebrauchsfähig zu machen.

Ein neues Dach und neue Fassade, Schadstoff-Sanierung, Dämmung und Umbauten für besseren Brandschutz: All dies war nötig, um den Altbau aus den 60er Jahren wieder gebrauchsfähig zu machen. Dafür beschert die Sanierung der Universität ein Plus an studentischen Arbeitsplätzen und einen multikonfessionellen Raum der Stille. Die Bauzeit betrug rund zwei Jahre, die Baukosten samt Innenausstattung rund 3,5 Mio. Euro.

Pflanzenkrankheiten, tierische Schädlinge und Unkräuter sind die Hauptthemen der Phytomedizin. In Hohenheim untersuchen die Forscher unter anderem die Abwehrreaktionen und Resistenzen von Pflanzen. Ein Schwerpunkt sind Maßnahmen, um chemische Pflanzenschutzmittel zu verringern – zum Beispiel durch integrierten Pflanzenschutz mit biologischen Bekämpfungsmaßnahmen und andere umweltschonendere Verfahren.

Bereits 2011 eröffnete die Universität Hohenheim einen Neubau mit spezialisierten Laboren, großen Kühlräumen und den sogenannten Denkzellen zur Ergebnisauswertung an der vollverglasten Westfassade. Doch die eigentlichen Büros der Mitarbeiter blieben über den Campus verteilt: Der Altbau direkt neben dem Laborgebäude erwies sich als zu alt, marode und außerdem schadstoffbelastet.

Sanierung bringt lang ersehntes Plus an studentischen Arbeitsplätzen

Das ändert sich kommenden Mittwoch mit der Neueröffnung nach zweijähriger Sanierung. So enthält das runderneuerte Gebäude

• Büros für die Mitarbeiter der Phytomedizin
• Einen technisch modernisierten Hörsaal mit 40 Arbeitsplätzen, Präsentationstechnik, einem Experimentiertisch und sechs Quadratmeter Wandtafelgröße
• 135 neue und zusätzliche Gruppenarbeitsplätze für Studierende
• Lager- und Technikräume
• Den Raum der Stille für alle Universitätsangehörige

Besonders wichtig aus studentischer Sicht sind die 135 zusätzlichen Arbeitsplätze. Damit steigt die Zahl der Arbeitsplätze von 900 auf 1035 um 15 Prozent. Damit geht die Universität auf ein Ergebnis ihrer jüngsten Alumni-Befragung ein, in der die fehlenden Arbeitsmöglichkeiten stark bemängelt wurden.

Raum der Stille als multikonfessioneller Rückzugsraum
Mit dem Raum der Stille löst die Universität Hohenheim einen weiteren Raumkonflikt auf dem Campus. Auf Initiative der türkischen Hochschulgemeinschaft hatte der damalige AStA 2011 einen offiziellen Still- und Wickelraum auch als interreligiösen Gebetsraum eingerichtet. Zum Nutzungskonflikt kam es zwei Jahre später: Durch den Neubau des Otto-Rettenmaier-Audimax musste die universitäre Kinderbetreuung für Notfälle in diesen für Kinder vorgesehenen Raum umziehen. Für die Betenden begann eine neue Zeit der Provisorien.

Der neue Raum der Stille geht zurück auf den Vorschlag des Universitätsrektors Prof. Dr. Stephan Dabbert. Der Raum orientiert sich an den multikonfessionellen Räumen, wie sie an vielen Flughäfen existieren und ist dem AStA zugeteilt.

Teilfinanzierung aus dem Hochschulausbauprogramm 2012
Insgesamt verschlangen das neue Dach und die Fassade, die Schadstoffsanierung, technische Modernisierung und Innenausstattung rund 3,5 Mio. Euro. Rund die Hälfte davon - 2,2 Mio. Euro – stammen aus dem Hochschulausbauprogramm 2012. Die Bauzeit betrug rund 2 Jahre.

Der Neubau der Phytomedizin war bereits im November 2011 fertig gestellt worden. Er bescherte den Forschern neun Großlabore, acht Servicelabore und drei Kühlräume. Die Baukosten betrugen 5,3 Mio Euro, die Bauzeit 14 Monat. (Universität Hohenheim)