Stromkosten: Netzentgeltbefreiungen streichen

Angesichts der weiter steigenden Belastung der privaten Stromverbraucher durch die Netzentgeltbefreiungen fordert der HDE die Abschaffung dieser Regelung.

Angesichts der weiter steigenden Belastung der privaten Stromverbraucher durch die Netzentgeltbefreiungen fordert der HDE die Abschaffung dieser Regelung. Grundsätzlich zahlt jeder Stromverbraucher Netzentgelte für seine Anbindung an das Stromnetz. Große Stromverbraucher, insbesondere aus der Industrie, genießen aber unter bestimmten Voraussetzungen Vergünstigungen, ohne dass dem ein Nutzen für die Stromnetze gegenübersteht. „Die Befreiungen führen zu einer Ungleichverteilung der Kosten. Die Zeche müssen Handel und Verbraucher bezahlen, denn sie gleichen die fehlenden Einnahmen aus“, so der HDEHauptgeschäftsführer Stefan Genth. Seit kurzem ist klar, dass diese Kostenbelastung 2017 um 0,01 Cent pro Kilowattstunde und damit auf insgesamt mehr als 1 Mrd. Euro steigen wird. Allein der Handel muss davon rund 120 Mio. Euro bezahlen.

Erst vor wenigen Wochen hatten der HDE und der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) eine Neuverteilung der Kosten der Energiewende gefordert. „Handel und Verbraucher können um 3,8 Mrd. Euro entlastet werden, wenn die Politik die Kosten endlich fair verteilt“, so Genth weiter. Derzeit liegt allein die Belastung durch die EEG-Umlage für die Handelsunternehmen und die Verbraucher bei über 10 Mrd. Euro pro Jahr. Somit müssen diese beiden Gruppen fast die Hälfte des gesamten Umlagebetrages schultern, obwohl sie gemeinsam nur für ein Drittel des deutschen Stromverbrauchs verantwortlich sind. (PdH)

Die Vorschläge von HDE und VZBV finden Sie unter www.einzelhandel.de/energiewende.