SBLV: Quo vadis, Agroscope?

Agroscope soll auf einen Standort schrumpfen, der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband ist allerdings dagegen.

Agroscope soll auf einen Standort schrumpfen, der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband ist allerdings dagegen.

Der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband ist bestürzt über die in diesem Umfang unerwartete, grundlegende und drastische Sparmaßnahme, mit welcher der Bundesrat die "Forschungsanstalt Nummer Eins" des Landes restrukturieren will.

Der Vorstand des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes (SBLV) nimmt mit größtem Befremden vom geplanten Kahlschlag bei Agroscope Kenntnis. Mit dem Aufgeben der dezentralen Struktur an 7 Forschungs-Standorten und der damit verbundenen Konzentration auf einen einzigen Standort Posieux (FR), gibt der Bundesrat einen der wichtigsten Grundsätze des Staates preis: die Verteilung der Aufgaben auf verschiedene Regionen und Landesteile. Es ist zu befürchten, dass wertvolle Arbeitsplätze in den Regionen verloren gehen und die besten Forscherinnen und Forscher sich nach Arbeitsstellen im Ausland umsehen werden. Ein Verlust von Ressourcen auf vielfältiger Ebene wird die Folge sein, so der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband.

Der SBLV fragt sich aber vor allem, wie Bauernfamilien die zukünftigen Herausforderungen meistern sollen, wenn bei der landwirtschaftlichen Forschung wiederum der Rotstift angesetzt wird. Klimawandel, Antibiotikaresistenzstrategie, Aktionsplan Pflanzenschutzmittel, Wettbewerbsfähigkeit sind nur einige der Herausforderungen, denen sich die schweizer Landwirtschaft gegenübersieht. Sie braucht Lösungen, welche unsere kleinstrukturierten Verhältnisse berücksichtigt. "Oder glaubt der Bundesrat, dass landwirtschaftliche Forschungsergebnisse aus dem Ausland eins zu eins auf unsere Bedingungen übertragen werden können?", fragt sich der SBLV. "Unsere Bauernfamilien werden langsam aber sicher zwischen den sich widersprechenden Plänen des Bundesrates und den beruflichen Herausforderungen zerrieben. Mit dem geplanten Abbau bei Agroscope wird ein weiterer „Sargnagel“ für unsere schweizerische Landwirtschaft eingeschlagen."(SBLV)