Risiken vermindern: Nutzen des Pflanzenschutzes abwägen

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat den Entwurf des Nationalen Aktionsplanes zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) vorgelegt.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat den Entwurf des Nationalen Aktionsplanes zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) vorgelegt. Dazu betont Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG): „Der ZVG unterstützt grundsätzlich das Ziel des NAP, die Risiken, die mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbunden sein können, weiter zu mindern.“ In allen Sparten des Gartenbaus stehe nachhaltiges Wirtschaften im Mittelpunkt der Anstrengungen. Vor allem im Obst- und Gemüsebau werde jedoch schon seit vielen Jahren intensiv nach den Richtlinien zum kontrollierten integrierten Anbau mit speziellen Vorgaben zum integrierten Pflanzenschutz kultiviert. Nachhaltiger Pflanzenschutz beinhalte aber auch, dass die Pflanzenschutzstrategien unter Beachtung der wirtschaftlichen und sozioökonomischen Aspekte ausgewählt werden. Diese Aspekte seien im NAP noch weiter zu vertiefen, damit alle Bereiche der Nachhaltigkeit an-gemessen berücksichtigt werden. Zudem müsse der Nutzen des Pflanzenschutzes klarer herausgestellt werden.

Ein großes Manko sieht der ZVG darin, dass für den NAP und seine Umsetzung kein gesondertes Förderprogramm der Bundesregierung vorgesehen ist, denn zahlreiche Maßnahmen sind aus Sicht des ZVG ohne ausreichende finanzielle Unterstützung nicht oder nur begrenzt umsetzbar. Dies wird besonders an der Entwicklung der Offizialberatung in den Ländern deutlich. Die Umsetzung des Aktionsplanes kann nur gelingen, wenn die hochkomplexen Zusammenhänge im Pflanzenschutz als Bestandteil des Wissens erfahrener Berater unterstützend und immer wieder aktuell in die Praxis getragen werden. Dem entsprechend bedarf es einer Sicherung und Ausweitung der Beratung. Zurzeit ist es aber eher Realität in den Ländern, dass Beratungskapazitäten abgebaut oder nur noch mit Kontrollaufgaben beschäftigt werden. Hier sind Bund und Länder gefordert, die Beratung in diesem sensiblen Bereich zu stärken und langfristig zu sichern.

Weiterhin, fordert der ZVG, muss sich der Aktionsplan auf diejenigen Bereiche beschränken, die einen direkten Bezug zum Pflanzenschutz aufweisen. Dies sei beispielsweise mit dem Bereich Biodiversität nicht eindeutig gegeben, die Datenlage sei dünn.

„Der Zentralverband Gartenbau wird sich mit seinen Mitgliedern aktiv für die Maßnahmen des Nationalen Aktionsplanes einsetzen“, bekräftigt Jürgen Mertz abschließend. „Die Minderung des Risikos in der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist ein hohes Ziel, das wir seit Jahren verfolgen, das aber auch der Unterstützung durch Forschung, Wirtschaftspartner und auch der staatlichen Stellen weiterhin bedarf.“ Die vorgesehenen kultur- bzw. sektorbezogenen Leitlinien zum Integrierten Pflanzenschutz seien eine gute Hilfestellung für die Praxis. (ZVG)