Mecklenburg-Vorpommern: Mehr Öko-Landbau

Aktuelle Auswertungen des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt und des Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei haben ergeben, Mecklenburg-Vorpommern 2016 rund 6.650 ha ökologische Anbaufläche hinzugewonnen hat.

Mecklenburg-Vorpommern hat 2016 rund 6.650 ha ökologische Anbaufläche hinzugewonnen.

Mit Stand vom 31.12.2016 sind hierzulande 1.099 Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft entsprechend der EG-Ökoverordnung zertifiziert. 843 landwirtschaftliche Unternehmen bewirtschaften ca. 132.200 ha Landwirtschaftsfläche ökologisch – fast jeder fünfte Betrieb.

„Damit liegt der Öko-Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche hierzulande bei 9,85%. Dies ist ein Spitzenwert im Vergleich zum Bundesdurchschnitt für das Jahr 2016 von ca. 7,0%. Damit nimmt unser Land sowohl hinsichtlich der Wirtschaftskraft als auch im Rahmen der Behördenarbeit eine führende Rolle ein“, freut sich Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt.

Ein weiterer Flächenzuwachs wird zudem in 2017 erwartet. Bereits in den ersten 4 Monaten sind weitere 2.000 ha im Kontrollverfahren von 19 Landwirtschaftsbetrieben angemeldet worden.

Ein wichtiger Faktor für erfolgreiches Wirtschaften sind Backhaus zufolge angemessene Erzeugerpreise. Das gelte trotz der flächenbezogenen Förderung auch für den ökologischen Landbau. „Wie überall in der Landwirtschaft bewegen sich die Öko-Betriebe in einem knallharten europäischen Wettbewerb. Das heißt, die quantitative Erhöhung muss mit einem nachhaltigen und marktgerechten Wachstum der Branche einher gehen“, betonte er. Sein Ziel sei, die Instrumente der Agrarpolitik auf die wachsenden Herausforderungen auszurichten, um den ökologischen Landbau als eine besondere Chance des Landes Mecklenburg-Vorpommern weiter auszubauen. .

Auch wies der Minister in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Antragsfrist für die Agrarförderung am 15.05.2017 endet. Besonders wichtig sei, dass alle Landwirte die Unterlagen zur Antragstellung für den Ökolandbau bzw. den anderen Agrarumweltmaßnahmen gründlich und präzise ausfüllen. Nur so könnten Abzüge und Sanktionen vermieden werden.

Dazu zwei Beispiele: Bis zum 15.05.2017 muss in Ökobetrieben, die neu im Kontrollverfahren sind, eine Erstkontrolle durch die Kontrollstelle erfolgen. Bei der Anlage von mehrjährige Blühstreifen oder -flächen für Bienen – Maßnahme zur Förderung von Strukturmaßnahmen – müssen Ökolandwirte neben Ökosaatgut auch gebietsheimisches Saatgut einsetzen.

Ökologisch wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe erhalten bei der Umstellung auf Ökolandbau für ihre besonders umwelt- und tierschutzgerechte Wirtschaftsweise einen Fördersatz von 260 Euro/ha Ackerland oder Grünland, 835 Euro/ha bei Gemüse und 1.150 ha bei Dauerkulturen. Im Rahmen des Landesprogramms „Ökokompetenz Mecklenburg-Vorpommern 2020“ wird im EU-Förderprogramm „Förderung von Beratungsleistungen im Bereich Landwirtschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern“ die Beratung der Ökobetriebe mit 90%, die Erstberatung sogar mit 100% Zuschuss unterstützt.