LGV-Frischgemüse: Zieht Bilanz über die Saison 2015

Seit mehr als 60 Jahren sind es die Gärtner der LGV-Frischgemüse, die den Großteil Österreichs die ganze Saison über verlässlich mit bestem heimischem Frischgemüse versorgen.

Das Frischgemüse in der Hitzewelle
Seit mehr als 60 Jahren sind es die Gärtner der LGV-Frischgemüse, die den Großteil Österreichs die ganze Saison über verlässlich mit bestem heimischem Frischgemüse versorgen. Auch 2015 konnte dies wieder erreicht werden, obwohl die Hitzewelle starke Mengenschwankungen bei Paprika, Paradeisern und Gurken verursachte. Dank der großen Nachfrage nach Gemüsespezialitäten und dem Erfolg der neuen Wintergemüsesorten konnten die LGV-Gärtner bis Saisonende dennoch den Umsatz im Vergleich zum niedrigen Vorjahrsniveau um 8% ausbauen. Der erwartete Jahresumsatz 2015 liegt bei 68 Mio. Euro.

Lange Hitzewelle Herausforderung für Pflanzen und Gärtner
Das Wetter der auslaufenden Frischgemüsesaison stellte die LGV-Gärtner vor große Herausforderungen. „Heute erinnern sich die meisten nur mehr an die Hitzeperiode im Sommer, aber wir hatten 2015 das lichtärmste Frühjahr, seit es Aufzeichnungen gibt, und daher zu Saisonbeginn massive Mengeneinbußen. Das fehlende Licht führte dazu, dass die Gurkenpflanzen sich nicht richtig entwickeln konnten. Somit war ein geringerer Fruchtansatz vorhanden. Die Gurken konnten dementsprechend nicht ordentlich ausreifen“, gibt Mag. (FH) Florian Bell, Vorstand für Finanzen, Betrieb und Personal bei LGV-Frischgemüse, erste Einblicke in das Erntejahr.

Der Sommer, die Hauptverkaufszeit für frisches Gemüse, war geprägt von mehreren Wochen starker Hitze und Sonneneinstrahlung. „An sich möchte man denken, dass die Pflanzen so einen Sommer lieben. Tatsache ist jedoch, dass die Hitzewelle die Frischgemüsepflanzen ebenso strapazierte wie die Menschen“, analysiert Michael Wehofer, Vor-stand für Marketing und Verkauf bei LGV-Frischgemüse. Die Pflanzen reagierten außer-gewöhnlich stark auf das anstrengende Wetter. „Viele Früchte konnten sich nicht zur vollen Pracht ausbilden, weil den Pflanzen schlichtweg die Stärke und Ruhe fehlte. Die Gärtner standen vor einer großen Herausforderung, dass die Paprika nicht dünnwandig wurden und die Gurken nicht gelb und kleiner als üblich. Mit wochenlangem Intensiveinsatz und Bravur haben die LGV-Gärtner diese Herausforderung gemeistert. Am auffallendsten waren aber die Rispenparadeiser: Üblicherweise reifen sie vom Rispenansatz bis zur Spitze hin. In diesem Sommer kehrte sich der Reifungsprozess um, wodurch häufig die Paradeiser am Ansatz der Rispe grün blieben“, gibt Wehofer Einblicke in die tägliche Arbeit der Gärtner.

Eine weitere Folge war, dass die Erntemengen von Woche zu Woche stark schwankten. „Bei der Hitze waren sogar die Hummeln zu träge für die Befruchtung, was sich spürbar auf die Erntemengen auswirkte. Im Extremfall ernteten unsere Gärtner in einer Woche weniger als die Hälfte im Vergleich zur Vorwoche“, so Wehofer. Weder der Markt, noch die Konsumenten sind aber auf so starke Mengenschwankungen eingestellt.

Insgesamt ernteten die LGV-Gärtner in der hitzegeprägten heurigen Saison 570 Tonnen weniger an frischem Gemüse als im Vorjahr. Dies entspricht einem Minus von 9,7% Erntemenge bei Rispenparadeisern, 9% bei Gurken und sogar 11% bei Paprika.

LGV-Frischgemüse immer bekannter bei den Konsumenten
Sehr positive Ergebnisse hingegen bescherte die heurige Markenumfrage des Gallup-instituts der LGV (Stichprobe 1.000 Österreicherinnen und Österreicher älter als 14 Jahre): LGV-Frischgemüse ist die drittbekannteste Gemüsemarke in Österreich. 20% der Befragten nennen die Marke spontan und 62% kennen das LGV-Logo. Auch die Werbelinie der LGV war höchst erfolgreich und wird spontan an zweiter Stelle der Werbeerinnerungen genannt. Als die drei besonders herausragenden Markeneigenschaften sehen die Konsumenten die Herkunft des Gemüses aus heimischen Gärtnerbetrieben, dessen knackige Frische und Qualität, sowie der naturnahe Anbau.

LGV-Spezialitäten reüssierten 2015 trotz Hitze
Insgesamt konnte die LGV-Frischgemüse über die Saison 2015 ihren Umsatz um 8% steigern, was vor allem auf die positiven Absatzzahlen der LGV-Spezialitäten zu-rückzuführen ist. „Die immer stärkere Fokussierung der LGV-Gärtner auf Spezialitäten wie Mini-Gurken, Melanzani oder Ochsenherzen-Paradeiser kompensierte unsere Gärtner heuer für die Mengenausfälle bei den klassischen Produkten. „Die Österreicherinnen und Österreicher fragen unsere Premiumprodukte immer stärker nach, hier liegen wir im Vergleich zum Vorjahr um rund 14% vorne“, erklärt Bell. Von der Wiener Selektionsgurke, die heuer neu im Sortiment war, konnten 60.000 kg verkauft werden.

Zusätzlich machte sich bezahlt, dass die LGV-Gärtner im Winter 2014/2015 erstmals auch Wintergemüse in den Anbau aufnahmen und so die Saison über die vormals stillen Monate verlängerten.

Erfolgsgeschichte Wintergemüse
Während die Sommerkulturen in Winterruhe gehen, setzen die Gärtner der LGV-Frischgemüse seit dem Vorjahr auf winterharte Sorten und typisches Winter-Lagergemüse. Als große Erfolgsgeschichte hat sich der gesteckte Wiener Vogerlsalat er-wiesen: Dessen Anbau beginnt im Oktober und reicht bis Ende März/Anfang April. „Der gesteckte Vogerlsalat ist das einzige Gemüse, das im Winter bei uns täglich frisch geerntet werden kann. Er braucht zum Keimen kühle Temperaturen und wird dann lebend geerntet. Dadurch ist er im Kühlschrank zwei Wochen lagerbar und wächst dabei noch weiter“, so Wehofer. Der Erfolg dieses Produkts spiegelt sich auch im Umsatz wieder, denn dieser hat sich von 2014 auf 2015 verdoppelt.

Neben dem Wiener Vogerlsalat finden die Konsumenten in den Wintermonaten noch Wiener Sellerie, Wiener Weißkraut und Wiener Rotkraut von den LGV-Gärtnern im heimischen Handel. „Unsere Traditionsgärtner produzieren in Wien für Wien – regionaler geht’s nicht“, schließt Wehofer.

LGV-Frischgemüse verzichtet gänzlich auf Energie aus fossilen Brennstoffen
Als weiteren großen Meilenstein in puncto Nachhaltigkeit konnte die LGV-Frischgemüse 2015 ihre Photovoltaikanlage endausbauen. Der ergänzend benötigte Energiebedarf wird komplett aus Wasserkraft gedeckt. LGV-Frischgemüse deckt ihren Energiebedarf daher nun vollständig ohne fossile Brennstoffe. (LVG)