LfL: Gefährlicher Quarantäneschädling im Kelheimer Hafen

Experten der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) haben im Kelheimer Hafen an rund 20 Bäumen Befall mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) festgestellt. Die DNA-Untersuchung einer Larve identifizierte sie zweifelsfrei als ALB-Larve.

Experten der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) haben im Kelheimer Hafen an rund 20 Bäumen Befall mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) festgestellt. Die DNA-Untersuchung einer Larve identifizierte sie zweifelsfrei als ALB-Larve. Anlass für die Kontrolle war die Verdachtsmeldung eines aufmerksamen Mitarbeiters des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Abensberg Anfang April.

Käfer sitzt auf einer Rinde
Im Rahmen der vorgeschriebenen Einfuhrkontrollen werden Paletten- und Verpackungsholz von geschulten Mitarbeitern auf Quarantäneschädlinge kontrolliert. Bei der Kontrolle des unmittelbaren Umfeldes fielen charakteristische Merkmale des ALB an Bäumen in der Hafenstraße auf. Genauere Untersuchungen bestätigten diesen Verdacht. Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist ein aus Asien eingeschleppter Baumschädling. Der Käfer befällt gesunde Laubbäume. Von den heimischen Bäumen sind bei uns fast alle Laubholzarten gefährdet. Gemäß EU-Durchführungsbeschluss 2015/893 vom 9. Juni 2015 muss das neue ALB-Befallsgebiet unter Quarantäne gestellt werden. Die gesetzlichen Regelungen zielen darauf, den gefährlichen Schädling auszurotten und eine Verbreitung zu verhindern.

Zur Vorbereitung der weiteren Maßnahmen haben die Mitarbeiter der LfL und des AELF Abensberg das Bodenmonitoring im 500 Meter-Umkreis um den Befall abgeschlossen. Die augenscheinlich befallenen Bäume im Kelheimer Hafengebiet werden voraussichtlich nächste Woche gefällt, untersucht und Proben zur Analyse ins Freisinger Quarantänelabor gebracht. Bisher sind das rund 20 Ahorn-Bäume. Sobald sich der Befall an diesen Bäumen bestätigt, erlässt die LfL eine sogenannte Allgemeinverfügung, die die Quarantänezone und die dort zu ergreifenden Maßnahmen festlegt. Zur Vorbereitung dieser Maßnahme hat die LfL für die ersten 250 Meter um das bisherige ALB-Befallszentrum bereits ein Baumkataster erstellt. Bei allen Aktivitäten und Praxisregelungen arbeitet die LfL gemeinsam mit dem AELF Abensberg eng mit den Gemeinden vor Ort zusammen. Eine Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit wird folgen. (LfL)