Kürbisse: Die Überflieger

Einst ein Arme-Leute-Gemüse, heute allseits beliebt und auf dem Vormarsch: Kürbisse. Die Anbaufläche hat in den letzten Jahren stark zugenommen.

Die Kürbis-Saison läutet den Herbst ein. Bild: Irena Buchmann/landwirtschaft.ch

Jetzt haben "Jack be Little", "Waltham Butternut" und Co. wieder Saison. Gemeint sind KürbisseSie tragen meist klingende Namen. "Jack O’Lantern", der Halloween-Kürbis, ist wohl die bekannteste Sorte. Die Vielfalt ist riesig: Weltweit sind rund 850 Arten bekannt. Es gibt ovale, runde, flaschenförmige, orange, grüne, rote, kleine und große. Der schwerste je gezüchtete Kürbis brachte fast 1,2 t auf die Waage.

Heute hip und angesagt

Kürbisse gehören zu den ältesten von der Menschheit kultivierten Pflanzen. Bereits vor mehr als 10.000 Jahren blühten diese in Zentralamerika. Für Mayas und Azteken gehörten sie zusammen mit Mais und Bohnen zu den Grundnahrungsmitteln. Nach Europa gelangten die Kürbisse um 1.500 mit den spanischen und portugiesischen Entdeckern, welche die Riesenbeeren als Proviant für die Tiere auf den Schiffen brauchten.

Kürbisse sind überaus gesund. Ihre reichlich vorhandenen Vitamine (A, C, D, E) und die Mineralstoffe Kalium, Kalzium und Zink stärken das Immunsystem und hemmen Entzündungen. Kürbisse bestehen zu 95% aus Wasser, weisen daher nur wenig Kalorien auf, weshalb sie bestens geeignet sind für Diäten. Kürbiskerne, eine beliebte Knabberei, enthalten hingegen reichlich Fett. Das Fruchtfleisch von Kürbissen ist geschmacklich neutral, meist etwas süsslich und es wird desto faseriger, je älter der Kürbis ist. Die Schale ist ungeniessbar.

Während Kürbisse früher noch als Arme-Leute-Essen galten, sind sie heute – ob gedünstet, überbacken, gekocht oder als Suppe zubereitet – Teil der gepflegten Küche. Gemüsebauern haben die Kürbis-Produktion aufgrund der steigenden Nachfrage stark ausgedehnt. 2016 belief sich die Anbaufläche auf 330 ha, 10 Jahre zuvor waren es lediglich 114 ha.

Originelle Dekoration

Nebst Speisekürbissen gibt es auch Zierkürbisse. Weil diese den Bitterstoff Cucurbitacin enthalten, sind diese für den Verzehr nicht geeignet. Dafür eignen sie sich als Dekoration in Haus und Garten sowie zum Basteln. Mehr Informationen finden sich in der kostenlosen LID-Broschüre "Kürbis - Gaumenschmaus und Augenfreude", die online bestellt werden kann. (lid)