IG Pflanzenschutz: Warnung vor illegalen Pflanzenschutzmitteln

Gefälschte und illegale Pflanzenschutzmittel sind höchst gefährlich. Dabei handelt es sich entweder um Fälschungen von Markenprodukten mit fragwürdigem Inhalt oder um eigenständige Produkte, die vorgeben, echte Pflanzenschutzmittel zu sein, aber minderwertige Stoffe beinhalten.

Gefälschte und illegale Pflanzenschutzmittel sind höchst gefährlich. Dabei handelt es sich entweder um Fälschungen von Markenprodukten mit fragwürdigem Inhalt oder um eigenständige Produkte, die vorgeben, echte Pflanzenschutzmittel zu sein, aber minderwertige Stoffe beinhalten. Sie können großen Schaden bei Anwendern, Konsumenten und der Umwelt anrichten. Schätzungen des Europäischen Pflanzenschutzverbands (ECPA) zufolge, sind bis zu 10% aller in Europa eingesetzten Pflanzenschutzmittel illegal. Die IG Pflanzenschutz warnt vor dem Einsatz solcher nicht zugelassener Produkte. "Illegale Pflanzenschutzmittel sind eine Bedrohung für Landwirtschaft, Verbraucher und die Umwelt. Sie gefährden die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln aus der Region und stellen ein Gesundheitsrisiko für Mensch und Umwelt dar", sagt Christian Stockmar, Vorstand der IG Pflanzenschutz.

Illegale Pflanzenschutzmittel bedrohen Versorgungssicherheit
"Die heimische Landwirtschaft garantiert mit modernsten Anbaumethoden die Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit vielfältigen heimischen Lebensmitteln. Um diese Versorgungssicherheit zu garantieren, braucht die Landwirtschaft moderne und umweltschonende Pflanzenschutzmittel. Die Lebensmittelproduktion in Österreich wird jedoch durch illegale Pflanzenschutzmittel zunehmend bedroht", so der IG Pflanzenschutz-Vorstand. Es gibt zwei Gruppen von illegalen Pflanzenschutzmitteln. Die einen sind Fälschungen von Markenprodukten, die versuchen, ein zugelassenes Original so gut wie möglich nachzuahmen. Deren Zusammensetzung ist aber nicht geprüft. Die andere Gruppe sind eigenständige Produkte, die vorgeben, Pflanzenschutzmittel zu sein, aber minderwertige Stoffe beinhalten.

Fragliche Wirkung von illegalen Pflanzenschutzmitteln
"Ob es sich um eine billige Fälschung oder um ein eigenständiges, nicht zugelassenes, Produkt handelt illegale Pflanzenschutzmittel sind eine große Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt. Sie sind nicht getestet und folglich in Österreich auch nicht zugelassen", hält die IG Pflanzenschutz fest. Der Markt für illegale Pflanzenschutzmittel in Europa beläuft sich laut ECPA auf etwa eine Milliarde Euro. Die Mittel werden vorwiegend in China produziert und kommen auf dem Luft-, Land- und Seeweg nach Europa. Die Ware ist oft falsch deklariert, die notwendigen erhöhten Sicherheitsstandards werden nicht eingehalten. "Illegale Pflanzenschutzmittel schädigen den Ruf der legalen, zugelassenen und sicheren Produkte. Sie haben zumeist geringe, unerwünschte oder gar keine Wirkung. In vielen Fällen können sie zu Ernteeinbußen führen bis hin zur Bedrohung der Existenzgrundlage für Landwirte", so Stockmar weiter.

Wie kann man sich schützen?
Illegale Pflanzenschutzmittel stehen in einem deutlichen Widerspruch zu den Anforderungen des modernen und umweltverträglichen Pflanzenschutzes. Ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, kostet durchschnittlich 200 Mio. Euro, denn jeder neue Wirkstoff durchläuft vor seiner Zulassung jahrelange Versuchsreihen und Prüfungen. Dieser enorme Forschungsaufwand garantiert, dass Mensch, Tier und Umwelt durch den sachgerechten Einsatz von zugelassenen Wirkstoffen nicht beeinträchtigt werden. Um sich zu schützen, sollte die Verpackung der gekauften Pflanzenschutzmittel stets genau überprüft werden. Der Einkauf bei vertrauenswürdigen Händlern garantiert, dass nur zugelassene Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen. Erscheint ein Produkt verdächtig, so kann es beim zuständigen Bundesamt für Ernährungssicherheit unter www.baes.gv.at gemeldet werden.

Ein Video, dass auf die Gefahren von illegalen Pflanzenschutzmittel hinweist, ist auf der Homepage der IG Pflanzenschutz unter http://pflanzenschutz.fcio.at/ zu sehen.