Glyphosat: Vollständiges Verbot bis Ende 2020?

Der EU-Umweltausschuss befürwortet ein vollständiges Verbot von Herbiziden auf Glyphosatbasis bis Dezember 2020 und eine sofortige Beschränkungen der Verwendung des Stoffes.

Der EU-Umweltausschuss befürwortet ein vollständiges Verbot von Herbiziden auf Glyphosatbasis bis Dezember 2020. Bild: GABOT

Der Ausschuss für Umwelt und Volksgesundheit lehnt den Vorschlag der Europäischen Kommission ab, die umstrittene Herbizidkonzession für Glyphosat um zehn Jahre zu verlängern. Stattdessen sollten die Abgeordneten der EU Pläne für einen schrittweisen Verzicht auf diese Substanz ausarbeiten, beginnend mit einem vollständigen Verbot der Verwendung im Haushalt und einem Verbot der Landwirtschaft, wenn biologische gut für die Unkrautbekämpfung geeignet sind.

Bis zum 15. Dezember 2020 sollte Glyphosat in der EU vollständig verboten sein, selbst mit den notwendigen Zwischenschritten, so die Abgeordneten.

Besorgnis über wissenschaftliche Bewertungen des Stoffes

Die EU-Risikobewertung bei der Erneuerung der Zulassung des Stoffes war umstritten, da die UN-Krebsbehörde einerseits und die EU-Lebensmittelsicherheits- und Chemikalienagenturen andererseits unterschiedliche Schlussfolgerungen in Bezug auf seine Sicherheit gezogen haben.

Die Veröffentlichung der sogenannten Monsanto-Papiere "(Monsanto ist Eigentümer und Produzent von Roundup®, dessen Hauptwirkstoff Glyphosat ist), internen Dokumenten des Unternehmens, wirft darüber hinaus Zweifel an der Glaubwürdigkeit einiger Studien auf, die in der EU-Evaluierung zur Glyphosatsicherheit verwendet werden.

Das Zulassungsverfahren der EU, einschließlich der wissenschaftlichen Bewertung von Stoffen, sollte sich nur auf veröffentlichte, von Fachleuten geprüfte und unabhängige Studien stützen, die von den zuständigen Behörden in Auftrag gegeben wurden. Die EU-Agenturen sollten verstärkt werden, damit sie auf diese Weise arbeiten können. Sie bekräftigen ferner, dass alle wissenschaftlichen Belege, die die Grundlage für die positive Einstufung von Glyphosat und die vorgeschlagene Neuzulassung bildeten, angesichts des überwiegenden öffentlichen Interesses offengelegt werden sollten.

Der nicht verbindliche Beschluss wurde mit 39 gegen neun Stimmen bei 10 Enthaltungen angenommen.

Nächste Schritte

Das Plenum wird am 24. Oktober in Straßburg über die Entschließung abstimmen. Die EU-Mitgliedstaaten werden am nächsten Tag über einen Kommissionsvorschlag zur Verlängerung der Zulassung von Glyphosat abstimmen.

Eine europäische Bürgerinitiative, die ein Verbot des Herbizids forderte, hat in weniger als einem Jahr mehr als eine Million Unterschriften erreicht und wird im November eine öffentliche Anhörung im Parlament auslösen.