Gemüse im Gewächshaus: Nützlinge und Hummeln machen die Kleinarbeit!

Gemüseproduzenten bauen ihr Gemüse so ökologisch wie möglich an. Nicht nur im biologischen Anbau spielen Nützlinge eine immer wichtigere Rolle im Kampf gegen Schädlinge.

Gemüseproduzenten bauen ihr Gemüse so ökologisch wie möglich an. Nicht nur im biologischen Anbau spielen Nützlinge eine immer wichtigere Rolle im Kampf gegen Schädlinge. Auch im Gewächshausanbau nach SUISSE GARANTIE Richtlinien kann so fast ganz auf den Einsatz von Insektiziden und Pflanzenschutzmittel verzichtet werden. Und die Bestäubung übernimmt das Hummelvolk, welches im Gewächshaus wohnt. In Schweizer Gewächshäusern setzen die Gemüseproduzenten heute immer mehr Nützlinge ein, um Schädlinge von Gurken-, Auberginen- und Tomatenpflanzen auf natürliche und effiziente Art zu bekämpfen. Die Produzenten verfügen über das notwendige Wissen, welcher Nützling gegen welchen Schädling hilft und müssen jeweils schnell reagieren. Der Einsatz eines Nützlings ist, sobald man den Schädling entdeckt hat, aber ganz einfach: Die Briefchen mit Nützlingslarven werden zwischen die Pflanzen gehängt, der Rest erledigt sich von alleine. So setzt man zum Beispiel zur Bekämpfung der Weissen Fliege die Eier der Schlupfwespe (Encarsia formosa Schlupfwespe) aus. Dieser Nützling legt dann seine Eier wiederum in die Eier der Weißen Fliege und parasitiert diese. Ein weiterer oft eingesetzter Nützling ist die Raubwanze (Macrolophus caliginosus) zur Bekämpfung von Blattläusen, der weißen Fliege und roten Spinnen. Die Raubwanze saugt die Schädlinge aus. Die Nützlinge Marienkäfer und Florfliegen hingegen fressen die Blattläuse. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel müssen so fast keine oder nur im Notfall eingesetzt werden. Das gilt für den Anbau im Boden aber auch für den Hors-Sol-Anbau.

Natürliche Bestäubung durch Hummeln
In einem modernen Gewächshaus mit Hors-Sol-Anbau wird heute allgemein sehr ressourcenschonend produziert: So werden nur genau so viel Wasser und Nährmittel eingesetzt, wie die Pflanze braucht. Was zu viel ist, wird gesammelt, aufbereitet und kommt in den Kreislauf zurück, nichts geht im Boden verloren oder schadet ihm mit Überdüngung. So werden die Ressourcen Boden und Wasser geschont. Das Kokossubstrat aus dem Hors-Sol-Anbau, auf welchem die Pflanzen wachsen, wird zusammen mit den Pflanzenresten Ende Saison als Dünger auf Feldern oder in der Biogasanalage weiterverwendet. Auch die Bestäubung in Gewächshäusern erfolgt auf ganz natürliche Art: Die Blüten werden von Hummeln bestäubt, welche im Gewächshaus leben. Hummeln werden seit einigen Jahren zur Bestäubung eingesetzt, dies ist nur möglich dank der natürlichen Schädlingsbekämpfung durch Nützlinge. (lid.ch)