Forschungsprojekt zum Bio-Apfelanbau gestartet

In dem dreijährigen Forschungsprojekt sollen Möglichkeiten zur Reduzierung des Apfelwicklers beim Anbau von Bio-Äpfeln ermittelt werden. Die BLE fördert das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL).

Im ökologischen Apfelanbau können wurmstichige Äpfel zu erheblichen Ertragsausfällen führen. Der verantwortliche Übeltäter ist die Larve des Apfelwicklers. Zu ihrer Eindämmung wird in der Praxis das in der Natur vorkommende Apfelwicklergranulosevirus eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen spezifischen Krankheitserreger, der ausschließlich den Apfelwickler befällt und für den Menschen ungefährlich ist. Das Virus tötet einen großen Teil der erwachsenen Apfelwickler und bewirkt so eine Reduzierung ihrer Nachkommen im Folgejahr. Dadurch sind in der anschließenden Ernte auch weniger wurmstichige Äpfel zu verzeichnen. Problematisch ist jedoch, dass sich beim Einsatz dieser Viruspräparate Minderempfindlichkeiten bei einzelnen Apfelwicklerpopulationen zeigen, was die Bekämpfung des Apfelwicklerlarve mittelfristig deutlich erschweren könnte.

Um dieses umweltverträgliche Verfahren für die Praxis zu erhalten und weiterzuentwickeln, wurde unter Federführung des Julius Kühn-Instituts, Institut für Biologischen Pflanzenschutz in Darmstadt, ein Verbundprojekt initiiert. Weitere Beteiligte sind die Universität Hohenheim, Institut für Phytomedizin, der Öko-Obstbau Norddeutschland Versuchs- und Beratungsring e.V. in Jork, das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum – Rheinpfalz, Kompetenzzentrum Gartenbau in Rheinbach und verschiedene Praxisbetriebe.

Ziel des Projekts ist es, grundlegende Fragen eines möglichen Virulenzmanagements zu klären, um dem beschriebenen Phänomen begegnen zu können. Gleichzeitig sollen neue Elemente zur Apfelwicklerregulierung, wie der Einsatz von Nematoden oder Trichogramma-Schlupfwespen, erprobt und zu einer Gesamtstrategie zusammengeführt werden. Im Fokus stehen dabei die Nutzbarkeit für den Praxisbetrieb und insbesondere die Kombinationsfähigkeit mit einer effektiven Regulierung von Pilzkrankheiten. Mit Unterstützung von Beratung und Praxis sollen die Wirksamkeit und Praktikabilität in den einzelnen Obstanbauregionen überprüft werden. (BLE)