Fair Trees: Weihnachtsbäume mit sozialem Engagement

Spätestens wenn die Lebkuchen im Supermarkt auftauchen, treten die Weihnachtsbaumproduzenten und -händler in die heiße Phase ihres Weihnachts­geschäfts.

Spätestens wenn die Lebkuchen im Supermarkt auftauchen, treten die Weihnachtsbaumproduzenten und -händler in die heiße Phase ihres Weihnachts­geschäfts. Die meisten Bestellungen dürften bereits getätigt sein sind. Aber jeder Händler muss sich überlegen, ob er genügend und vor allem die richtigen Bäume im Angebot hat. Für die Endkunden immer wichtiger werden Produkte, die mehr Qualitäten mitbringen, als man mit bloßen Augen sehen kann. Fair Trade zum Beispiel. 16% aller Verbraucher in Deutschland gaben jüngst in einer Allensbacher Umfrage an, es sei ihnen wichtig, dass ihre Einkäufe über faire Handelswege kommen. In höheren sozialen Schichten waren es sogar 24%. Seit diesem Jahr ist Fair Trade auch bei Weihnachtsbäumen möglich. In Deutschland, Österreich und der Schweiz werden Bäume fürs Christfest angeboten, die sich mit einem besonderen Etikett als „Fair Trees“ ausweisen dürfen.

Die Nordmann-Tanne ist mit einem Anteil von 75% die beliebteste Sorte unter den 25 Mio. Bäumen, die zu Weihnachten festlich geschmückt in den deutschen Wohnzimmern stehen. Sie wird bei uns aus Samen gezogen, die im georgischen Kaukasus geerntet wurden. Aus der Region um Tlugi kommen die Samen für die schönsten Nordmann-Tannen. Fair Trade bei Nordmann-Tannen bedeutet, dass für bessere Arbeitsbedingungen der georgischen Zapfenpflücker gesorgt wird. Außerdem erhalten Kinder aus der Region eine sorgfältige medizinische Vorsorgebetreuung. Wer sich also für sein Weihnachtsfest einen Fair-Trees-Baum ins Wohnzimmer holt, der kauft ein hochwertiges Produkt und spendet zugleich einen Extra-Betrag für die Familien in Georgien.

Fair-Trees-Bäume erhalten besondere Etiketten
Erkennbar sind die Fair-Trees-Bäume an den auffälligen Planen und Fahnen am Verkaufsplatz sowie an ganz speziellen, durchnummerierten Etiketten an jedem einzelnen Fair-Trees-Baum. „Fair zum Menschen, fair zur Umwelt, fair im Preis“ ist darauf gedruckt und genau das ist das Motto von Fair Trees. Für jeden Baum mit einem solchen Etikett werden 0,675 Euro als fester Betrag nach Georgien abgeführt. Der Münchner Großhändler Markus Schauer, der Vertrieb und Marketing der Marke für den deutschsprachigen Raum übernommen hat, rechnet 2012 mit etwa 75.000 Fair-Trees-Bäumen, die in dieser Saison verkauft werden. Das ergäbe eine Gesamt­summe für Georgien von über 50.000 Euro. „In einem Land, wo die Leute im ganzen Jahr nur das verdienen, was man in Deutschland bereits nach zweieinhalb Wochen erhält, kann man damit schon einen ganze Menge bewirken“, sagt Schauer. „Wir übernehmen als Produzent und Händler eine soziale Mitverantwortung für unsere Produkte. Darauf sind wir stolz.“

Der Spendenbetrag ist Teil des Verkaufspreises der Etiketten. Immer wenn ein Produzent bei Schauer Etiketten zum Auszeichnen seiner Bäume anfordert, wächst die Summe für Georgien. Die Gültigkeit der Etiketten verfällt nicht und sie können je nach Bedarf, bis sie verbraucht sind, in den nächsten Jahren weiter eingesetzt werden.

Die Etiketten sind farblich codiert und markieren einerseits die Qualität der Bäume, andererseits deren Größe in sechs Schritten von einem Meter bis 2,50 Metern. Die Etiketten haben je nach Qualität und Größe einen entsprechenden EAN-Strichcode, sodass sie problemlos von jedem Kassensystem erfasst werden können. Auf der Rückseite sind die wichtigsten Informationen über Fair Trees abgedruckt. Außerdem gibt es einen wetterfesten Infoständer, mit dem ein Händler an seinem Standplatz auf die Besonderheiten dieser Bäume aufmerksam machen kann.

Sofort teilnehmen, auch ohne eigene Fair-Trees-Bäume!
Den Produzenten wird der Einstieg in das Fair Trees Projekt so einfach wie möglich gemacht. Voraussetzung ist nur, dass der Produktionsbetrieb zertifiziert ist und eine Fair-Trees-Erklärung abgegeben hat. Die Erzeuger können sofort teilnehmen, selbst wenn sie noch keinen einzigen Fair-Trees-Baum in ihrem Bestand haben! Wie das funktioniert? Sie müssen sich nur verpflichten, innerhalb eines Jahres genau so viele Bäume mit Samen aus dem Fair Trade Projekt nachzupflanzen, wie sie verkaufen. Auf diese Weise kommt bereits in diesem Jahr Geld für Georgien zusammen und nicht erst in acht bis zehn Jahren, wenn Bäume, die heute angepflanzt werden, geerntet werden. Und natürlich kann jeder neben Fair Trees auch weiterhin ganz konventionell Weihnachtsbäume anpflanzen. Fair Trees ergänzt das bestehende Angebot auf hervorragende Weise. Auf allen Fair-Trees-Plantagen müssen Tariflöhne gezahlt werden und alle gesetzlichen Vorschriften wie zum Beispiel beim Arbeitsschutz oder in Bezug auf Rückstände eingehalten werden. Das ist Teil der Zertifizierung und wird zusätzlich durch Fair-Trees-Kontrollen überprüft.

Damit die Idee der Fair Trees eine weite Verbreitung bei den Endkunden findet, betreibt das Fair Trees Informationszentrum eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Fach- und Publikumsmedien werden in der heißen Phase vor Weihnachten mit Presseinformationen zu unterschiedlichen Aspekten versorgt. Bundesweit erscheinende Magazine, Tagespresse, Internetredaktionen, Radio und Fernsehen werden informiert über das Fair Trees Projekt in Georgien. Auf der Homepage www.fairtrees.de sind ständig aktuelle Berichte und Hintergrundinformationen zu lesen. Außerdem wird dort eine immer wieder aktualisierte Liste mit Verkaufsplätzen veröffentlicht. Und wem das alles nicht reicht, dem steht im November und Dezember ein besonderes Infotelefon unter 089/ 8926760 sowie eine Mail Hotline unter redaktion@fairtrees.de für Auskünfte zur Verfügung.