Dürre: Auch bei Frischgemüseeinkäufen sichtbar

Die Folgender der Dürre ist auch bei Gemüse erkennbar, das nicht beregnet wird.

Dürre auch bei Frischgemüseeinkäufen sichtbar. Bild: DOGK 2018.

Bei den Berichten über Dürreschäden ging es fast nur um Getreide, Ölsaaten oder Futterpflanzen. "Gemüse wird doch bewässert", so wird normalerweise eingewendet. Aber das ist nur die halbe Wahrheit.

Denn Kulturen des Feldgemüsebaus wie Möhren oder Zwiebeln können oft nicht beregnet werden. Satzweise angebautes Gemüse wie Salate, Broccoli, Blumenkohl oder Kohlrabi wird dagegen fast immer beregnet. Nun ist die Beregnungskapazität der deutschen Gemüseerzeuger aber nicht auf eine Deckung des vollständigen Wasserbedarfes ausgelegt. Die Folge waren Mindererträge und eine schwächere Marktversorgung. Dies lässt sich sehr gut mit den Einkaufsmengen der Verbraucher im Juli belegen.

So wurden nach AMI Auswertungen des GfK-Frischepanels im Juli 18% weniger Eissalat, 41% weniger Blumenkohl und 22% weniger Kohlrabi eingekauft als im Durchschnitt der drei vorangegangenen Jahre. Bei Broccoli waren es zwar 13% weniger als 2017, aber etwas mehr als im Durchschnitt. Bei Eissalat verlagerte sich die Nachfrage zu einem gewissen Teil auf andere Salate, aber auch die waren nicht reichlich. Außerdem förderte die Hitze die Nachfrage nach Blattsalaten, so dass diese im Juli 25% teurer als im Durchschnitt waren, bei Eissalat betrug das Plus sogar 45%.

Die Nachfrage nach Kohlgemüse wurde dagegen durch die Hitze gedämpft. Deshalb resultierte die Verknappung bei Blumenkohl und Kohlrabi hier nur in einem Plus der Preise von 15 %, Broccoli war im Juli 2018 sogar 10% billiger als im Durchschnitt vorangegangener Jahre.

Die Entwicklung der gesamten Nachfrage nach frischem Gemüse im Jahr 2018 wird Helmut Hübsch von der GfK auf dem Deutschen Obst und Gemüsekongress (DOGK) analysieren. Der DOGK findet am 20./21. September 2018 in Düsseldorf (CCD Süd, Stadthalle) statt. (Quelle: AMI)