bellaflora: Kritisiert Verlängerung der Glyphosat-Zulassung

"Die Entscheidung der EU Kommission, das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat für weitere fünf Jahre zuzulassen, ist ein nicht wieder gutzumachender Fehler", betont bellaflora Geschäftsführer Mag. Alois Wichtl.

Mag. Alois Wichtl, Geschäftsführer bellaflora. Bild: © www.markus-schneeberger.com.

„Die Entscheidung der EU Kommission, das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat für weitere fünf Jahre zuzulassen, ist ein nicht wieder gutzumachender Fehler“, betont bellaflora Geschäftsführer Mag. Alois Wichtl. „Damit geht die Gefährdung der Menschen sowie der Pflanzen- und Tierwelt in die Verlängerung.“

Wichtl hat mit bellaflora schon längst die Weichen in eine andere Richtung gestellt. 2013 hat Österreichs Grüne Nummer 1 alle glyphosathältigen und auch alle anderen chemisch-synthetischen Pestizide aus den Regalen genommen.

Die Einstufung von Glyphosat durch die Krebsforschungsagentur der WHO als „wahrscheinlich krebserregend“ und vergleichbare wissenschaftliche Forschungsergebnisse waren ausschlaggebend für diese Entscheidung. „Als Handelsunternehmen sind wir dafür verantwortlich, welche Produkte wir in den Markt bringen“, so Wichtl. „Beim geringsten Verdacht von Gefährdungspotential muss man ohne zu zögern das Prinzip der Vorsorge heranziehen, da gibt es keine Kompromisse.“ Deshalb wollte bellaflora schon 2013 nicht auf eine politische Entscheidung warten - zu Recht, wie man sieht.

„Unser Ziel ist, die Gesamtbelastung für Menschen, Pflanzen und Tiere zu reduzieren“, erklärt Mag. Isabella Hollerer, Leiterin Nachhaltige Entwicklung bei bellaflora. „Die Entscheidung, mit Glyphosat eines der besonders kritischen Gifte auf europäischer Ebene weiterhin zuzulassen, ist ein Schlag ins Gesicht aller, die sich für Natur- und Umweltschutz einsetzen.“ Dass sich Österreich gegen diese Zulassung ausgesprochen hat, war wichtig für die Glaubwürdigkeit des Landes, so die Biologin.

„Politische Entscheidungen scheinen in hohem Maß von industriellen Interessen geleitet zu sein“, ergänzt Wichtl. Die Macht der Konsumenten sei zur reinen Schimäre geworden: „1,3 Mio. Unterschriften gegen die Zulassung von Glyphosat wurden in Brüssel einfach vom Tisch gewischt.“ Aus diesem Grund appelliert Wichtl an alle Unternehmen in Österreich und in der EU, sich zu ihrer Verantwortung zu bekennen. Und Hollerer ergänzt: „Jeder Tag mit Glyphosat belastet unsere Welt. Wir müssen alles tun, dass sich diese Fehlentscheidung 2022 nicht wiederholt.“ (Quelle: bellaflora)