Aigner: "Der Biomarkt boomt"

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat bei der Eröffnung der Messe "Biofach" am Mittwoch in Nürnberg die Bedeutung des ökologischen Landbaus für die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft unterstrichen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat bei der Eröffnung der Messe „Biofach“ am Mittwoch in Nürnberg die Bedeutung des ökologischen Landbaus für die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft unterstrichen. „Der Ökolandbau hat sich längst aus dem Nischendasein herausgearbeitet und ist ein wachsender, dynamischer Markt mit großem Potenzial für die Branche. Innerhalb der EU ist Deutsch­land nach wie vor der größte Absatzmarkt für ökologische Produkte. Mehr als 30% des EU-weiten Umsatzes von fast 22 Mrd. Euro werden von deutschen Produzenten erzielt. Die Verbraucher schätzen die Vielfalt und die Qualität der deutschen Bioprodukte“, sagte Aigner. Sie appellierte an die Land- und Ernährungswirtschaft, die „großen Chancen“ des Biolandbaus zu nutzen. Es sei bedauerlich, so Aigner, dass die wachsende Inlandsnachfrage in hohem Maße nur durch Importe gedeckt werden könne.

Im Jahr 2012 ist der Umsatz von Bio-Produkten in Deutschland um 6% auf rund 7 Mrd. Euro im Jahr gestiegen. Der Marktanteil am gesamten Lebensmittelumsatz macht nach Berechnungen des von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) koordinierten Arbeitskreises Biomarkt knapp 4% aus. Obwohl die Vorjahreswerte damit zwar nicht ganz erreicht werden, sind die meisten Unternehmen mit den Ergebnissen und der guten Wachstumsrate im zweiten Halbjahr zufrieden.

„Der Biomarkt boomt und das Interesse der Verbraucher an nach strengen ökologischen Kriterien hergestellten Lebensmitteln wächst stetig“, sagte Aigner und verwies auf die aktuelle Statistik: Einen wichtigen Anteil am Marktwachstum hatten 2012 wie bereits im Vorjahr die tierischen Produkte: Molkereiprodukte erzielten ein Umsatzwachstum von 5,9%, Eier von 2,3%. Bei Geflügelfleisch, ein bislang kleines Segment auf dem Biomarkt, stieg der Umsatz laut AMI in 2012 sogar um 20%, bei rotem Fleisch um 18% und bei Fleisch- und Wurstwaren um 8,7%. Auch bei anderen Produktgruppen wie Gemüse (5%) und Obst (3,6%) sind wieder deutliche Umsatzsteigerungen zu verzeichnen: Zuwächse von mehr als 10% erzielten die Produktgruppen Fleischersatz, Konserven, Frischfleisch, Alkoholische Getränke, Cerealien/Müsli und die Nahrungsfette. Bei Kartoffeln musste der Handel trotz einer positiven Absatzentwicklung von plus 5% aufgrund einer negativen Preisentwicklung Umsatzeinbußen in Kauf nehmen. Mit 9,5% haben Bio-Kartoffeln jedoch einen vergleichsweise hohen Marktanteil am Gesamtumsatz auf dem Kartoffelmarkt. Auch biologisch erzeugte Eier und Cerealien sind mit jeweils rund 14% fest im Markt verankert. Den höchsten relativen Marktanteil in ihrer jeweiligen Produktgruppe hatten im Jahr 2012 Produkte aus der von Tofu dominierten Kategorie Fleischersatz mit rund 68% und Babynahrungsmittel mit rund 42%. Laut Statistik wurde die Hälfte der Bio-Waren 2012 über den Lebensmitteleinzelhandel vermarktet, darunter auch klassische Supermärkte und Discounter. Der Umsatzanteil der Naturkostgeschäfte blieb mit 31% im Jahr 2012 auf konstantem Niveau.

Der Ökolandbau in Deutschland in Zahlen:
Weltweit werden mittlerweile mehr als 37 Mio. Hektar der landwirtschaftlichen Nutz­fläche ökologisch bewirtschaftet. In Deutschland hat die ökologisch bewirtschaftete Fläche 2011 erstmals die Marke von einer Million Hektar überstiegen. Ende 2011 bewirt­schafteten 22.506 Betriebe nach den EU-weit geltenden Kriterien des ökologischen Landbaus 1.015.626 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Insgesamt betrug der Anteil der Bio-Betriebe an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe 7,5%. Der Anteil des Ökolandbaus an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche ist auf 6,1% gestiegen. Gegenüber 2010 haben sich damit die Ökofläche um 2,5 und die Anzahl der Ökobetriebe um 2,6% erhöht. Auch die Zahl der verarbeitenden Betriebe und Importeure im Öko-Sektor hat zugenommen: 2011 waren im Bio-Sektor 33.905 Erzeuger, Verarbeiter und Importeure tätig. Das entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 3,6%. (BMELV)