Agroscope: Feiert 10 Jahre Saatgutbank in Svalbard

Agroscope feierte in Svalbard (Norwegen) das 10-jährige Bestehen des weltweit größten Saatgut-Tresors.

Die Kisten mit dem Saatgut zur sicheren Lagerung in Svalbard, Norwegen.

Im Saatgut-Tresor in Svalbard (Norwegen) lagern im Permafrost Sicherheitskopien von mehr als 1 Mio.  Pflanzensorten aus aller Welt. Auch die Schweiz hat wieder Samen von 719 neuen Sorten zur sicheren Aufbewahrung nach Svalbard geschickt.

Vertreterinnen und Vertreter von 23 Genbanken, darunter auch derjenigen von Agroscope, besuchten die Saatgutbank in Svalbard. Anlässlich der 10-jährigen Jubiläumsfeier, zu der auch der norwegische Agrarminister angereist war, kündigte die norwegische Regierung geplante Bauarbeiten am Saatguttresor im Wert von 11.5 Mio. Euro an. Gleichzeitig wurden 70.000 neue Proben an die weltweit grösste Saatgutbank übermittelt und dort sicher eingelagert. Diese enthält heute Samen von insgesamt mehr als 1 Mio. Sorten. Unter dem neuen Genmaterial befinden sich auch zwei Kisten mit Samen von 719 Pflanzenarten aus der Schweiz. Die Aluminium-Sachets enthalten Samen von alten und neuen Sorten der Kulturpflanzen Weizen, Triticale (Kreuzung aus Weizen-Roggen), Hafer, Roggen, Gerste, Dinkel sowie auch von zwei Salbeisorten und einer italienischen Petersilie. Damit werden erstmals auch Medizinal- und Aromapflanzen aus der Schweiz in der Saatgutbank in Svalbard eingelagert. Der Produzent und Verarbeiter von Aroma- und Medizinalpflanzen Jean-Marc Genevay kultiviert diese seit mehr als 30 Jahren in Bassins.

Forschende und Landwirte arbeiten zusammen

Historisch gesehen waren es schon immer Landwirte, die die Biodiversität pflegten und weiterentwickelten, indem sie ihr eigenes Saatgut herstellten und weiterzüchteten. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Landsorten an die verschiedenen Bedingungen angepasst wurden und heute in den Genbanken aufbewahrt werden können. Dank der Zusammenarbeit von Forschenden wie Beate Schierscher-Viret, Verantwortliche der Saatgutbank bei Agroscope, und Landwirten wie Jean-Marc Genevay war es möglich, unser genetisches Pflanzenerbe zu identifizieren, zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Sorten erhalten und die Biodiversität von morgen sichern

Die Diversität der natürlichen oder vom Menschen gezüchteten Genressourcen von Pflanzen bildet eine wichtige Grundlage für die Landwirtschaft und Ernährung. Die heutige landwirtschaftliche Produktion basiert auf einer relativ geringen Anzahl von Sorten, die laufend durch krankheitsresistente und klimaangepasste Arten ergänzt werden. Das für die Sortenzüchtung benötigte genetische Material stammt aus den Saatgutbanken, welche auch Landsorten von Landwirten enthalten. Die Genbank von Agroscope existiert seit mehr als hundert Jahren und beinhaltet unter anderem Sorten, die seit über 120 Jahren aufbewahrt und verfügbar gemacht werden. Im Rahmen der Sortenzüchtungsprogramme findet auch ein Austausch einzelner Sorten zwischen Genbanken und Forschungsinstituten statt.

Weltweites Genmaterial von Pflanzen gemeinsam erhalten

Wie viele andere Genbanken arbeitet auch Agroscope eng mit dem Saatgut-Tresor in Svalbard zusammen, um die genetische Diversität der Pflanzen zu erhalten. Von den 9.665 in Changins aufbewahrten Pflanzensorten wird in Svalbard, 1.300 km vom Polarkreis entfernt, eine Sicherheitskopie aufbewahrt. Ziel der Global Seed Vault ist es, das genetische Pflanzenerbe zu schützen, für den Fall, dass die lokalen Genbanken verloren gehen würden (infolge eines technischen Defekts, einer politischen Entscheidung, einer Naturkatastrophe oder eines Krieges). Die Proben werden aufbewahrt und bleiben Eigentum des jeweiligen Landes. (Quelle: Agroscope)