63. Tagung des Arbeitskreises Spargel

Aktualisiertes Düngekonzept für Spargel war Schwerpunkt des Arbeitskreises Spargel der Fachgruppe Gemüsebau.Vom 12. bis 13. September fand im Lehr- und Versuchsbetrieb für Gemüsebau der DLR Rheinpfalz Queckbrunnerhof die 63. Tagung des Arbeitskreises Spargel der Bundesfachgruppe Gemüsebau statt. Spargelspezialberater aus ganz Deutschland trafen sich zum Erfahrungsaustausch zu vielen Anbauthemen und informierten über den Saisonverlauf 2005 in den Regionen. Die kühle Witterung im Frühjahr führte zu geringeren Erntemengen, aber zum Teil zu besseren Erntequalitäten. Die Erzeugerpreise waren insgesamt 2005 jedoch gegenüber dem Vorjahr leicht gefallen. Örtliche Starkregenfälle hatten zu Überschwemmungen und zum Ausfall geführt. Viele Böden sind derzeit sehr gut mit Wasser versorgt. Spätfrostschäden Ende April führten zu Ausfällen im Norden der Bundesrepublik. Insgesamt war 2005 ein relativ ruhiger Spargelsaisonverlauf zu verzeichnen.

 

Schwerpunktthema dieser Tagung war N-Bilanzen und umweltschonende N-Düngung im Spargelanbau. Unter der Leitung von Prof. Dr. Peter-J. Paschold, der neueste Ergebnisse vorstellte, die teilweise auf Pflanzenproben von Beratern aus verschiedenen Regionen Deutschlands basieren, wurde mit den Spargelberatern über das weitere Vorgehen diskutiert. Ziel des aktualisierten Düngekonzeptes ist die verbesserte Nährstoffbemessung, um die Pflanzenentwicklung unter den jeweils herrschenden lokalen Bedingungen bei einem umweltschonenden Einsatz des Stickstoffdüngers zu sichern. Es ist vorgesehen, künftig differenzierte N-Sollwerte abhängig vom Alter einer Spargelanlage für unterschiedliche Bestandesdichten zur Düngungsbemessung bei Spargel zu nutzen. Damit kann der jeweilige N-Bedarf genauer abgeschätzt werden, was zur Schonung der Umwelt bei sachgerechter Anwendung beitragen wird. Zur Tagung im kommenden Jahr werden diese neuen Ergebnisse auch auf die anderen Hauptnährstoffe übertragen.

 

Im letzten Jahr wurden im Bundesgebiet auf über 16.700 ha Spargel in Ertragsanlagen angebaut, davon knapp 1.000 ha in der Pfalz. Damit ist der Spargel mit Abstand die bedeutendste Einzelkultur im deutschen Gemüsebau, sowohl was die Fläche als auch die wirtschaftliche Wertschöpfung angeht. Der Selbstversorgungsgrad bei frischem Spargel ist in den letzten Jahren im Bundesgebiet stetig gestiegen und beträgt ca. 68 %. Darauf wies Jochen Winkhoff, Geschäftsführer der Fachgruppe Gemüsebau, hin. Er informierte auch über die aktuellen berufspolitischen Themen der Bundesfachgruppe Gemüsebau, so unter anderem über das neue Sozialversicherungsrecht für polnische Arbeitnehmer, die berufspolitischen Arbeiten zur Zulassung der Pflanzenschutzmittelsituation und die gestiegenen Energiekosten.

 

Weitere Themen waren Abdriftschäden von Getreide auf Spargelkulturen durch Herbizideinsatz und Versuche, die bestätigen, dass ausreichend große Jungpflanzen einen deutlich höheren Spargelertrag erwarten lassen.

 

Im Rahmen der Tagung auch eine weitere Sitzung der Kompetenzgruppe Spargel unter der Leitung von Professor Dr. Peter-J. Paschold statt. Darin sind alle Einrichtungen vertreten, die Forschungsthemen zu Spargel in Deutschland bearbeiten. Die schon viele Jahre erfolgreich arbeitende Kompetenzgruppe wurde im Rahmen der Grünberger Forschungstage gebildet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Versuchsfragen im Bundesgebiet abzustimmen und zu koordinieren. Doppelarbeit soll ausgeschlossen werden.

 

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch verschiedene Besichtigungen, so unter anderem des Lehr- und Versuchsbetriebs für Gemüsebau der DLR Rheinpfalz Queckbrunnerhof in Schifferstadt, des Spargelhofs Gerhard Schulze in Weisenheim am Sand und des Betriebs Pfälzer Spargel & Erdbeeren Ralf Christ in Neustadt.

 

Die nächste Sitzung des Arbeitskreises Spargel ist für Mitte September 2006 im Raum Hannover geplant. (ZVG)