demopark: Bringt Künstliche Intelligenz auf die Straße

Für das Flottenmanagement oder zur Dokumentation von Arbeiten im Sommer- wie im Winterdienst greifen Kommunen immer stärker auf digitale Lösungen zurück. Dazu kommen erste autonom fahrende Maschinen.

demopark Flaggen. Bild: demopark.

Was technisch bereits möglich ist, lässt sich vom 23. bis 25. Juni auf der demopark 2019Europas größter Freilandausstellung für die Flächenpflege und kommunale Dienstleistungen – bestaunen. Auf dem 25 Hektar großen Gelände können Interessenten innovative Vernetzungsideen hautnah begutachten und selbst testen.

Telemetrie zur Nachweisführung

Bauhöfe, Straßen- und Autobahnmeistereien sind tagtäglich auf Straßen unterwegs. Sie schneiden Bäume am Straßenrand zurück, mähen Banketten, räumen Gräben oder bringen Salz und Sole gegen Eisglätte aus. Kommt es trotzdem zu Schäden an Fahrzeugen oder sogar zu Unfällen, ist ein rechtssicherer Nachweis wichtig: Wo hat welcher Fahrer wann welche Arbeiten durchgeführt? Wieviel Streugut wurde um welche Uhrzeit auf welcher Kreuzung ausgebracht? Wie war zu dieser Zeit die Außentemperatur und gab es Niederschlag?

Mussten diese Daten früher umständlich von Hand erfasst und übermittelt werden, übernehmen das heute automatisch und nahezu in Echtzeit moderne Telemetriesysteme. Intelligente Bordcomputer erfassen via GPS Uhrzeit, gefahrene Strecke und Wetterdaten. Außerdem greift der Computer auf die Maschinendaten zurück: Geschwindigkeit, ausgebrachte Streugutmenge oder andere Arbeiten werden von Sensoren übermittelt und per Funk an eine Cloud übertragen. Diese werden nicht nur dokumentiert, sondern können von den Mitarbeitern in der Leitstelle auch jederzeit abgerufen werden – beispielsweise, um den Standort von Maschinen abzurufen oder ihren Einsatz zu optimieren, wenn es die aktuelle Situation erfordert.

Fuhrpark-Vernetzung

Bei der Digitalisierung geht es also nicht nur um neue Funktionen einzelner Trägerfahrzeuge oder Maschinen, sondern um eine Vernetzung des Fuhrparks. Sie hilft sowohl bei der täglichen Arbeit als auch bei der Dokumentation für eine Auswertung der Auslastung zur Effizienzsteigerung oder zum rechtssicheren Nachweis bei Rechtsstreitigkeiten. So hilfreich die neue Technik ist: Die Buzzwords Digitalisierung, Telemetrie oder Künstliche Intelligenz hören sich für viele Praktiker sehr theoretisch an. Was sie genau bedeuten, wie und wo die Bauteile in der Maschine eingebaut und bedient werden, können Mitarbeiter von Kommunen und Dienstleistungsunternehmen auf der Messe demopark 2019 in Eisenach hautnah erleben. Denn hier stehen Maschinen nicht auf Hochglanz poliert in Messehallen, sondern lassen sich unter freiem Himmel auf dem 250.000 Quadratmeter großen Ausstellungsgelände des Flugplatzes Eisenach-Kindel fahren und ausprobieren. So können die Experten der Aussteller die Digitalisierung der Maschinen erlebbar machen.

Vielfältige Einsatzfelder

Auf den Messeständen erfahren Besucher, wie breit die Anwendung der Digitalisierung bzw. Telemetrie heute schon ist:

  • Wie bei Landmaschinen kommt auch bei Kommunalfahrzeugen der ISOBUS als zentrale Einheit immer mehr zum Einsatz. Er vernetzt den Bordcomputer des Trägerfahrzeugs über eine Standardschnittstelle beispielsweise mit Salzstreuer oder Schneefräse. Der Vorteil: Der Fahrer hat nur ein herstellerunabhängiges Bedienterminal und muss sich nicht jedes Mal auf ein neues Gerät einstellen.
  • Die Sensoren an den Maschinen liefern nicht nur aktuelle Betriebsdaten wie Geschwindigkeit oder Ausbringungsmenge (z. B. beim Streugut) an das angeschlossene Internetportal bzw. die Cloud, sondern sie zeigen auch die Betriebsstunden an. Damit behält die Straßenmeisterei besser im Blick, welche Maschine wie oft welche Störungen hat, wann eine Wartung ansteht und wie sich ein vorbeugender Austausch von Verschleißteilen einplanen lässt. Auch lässt sich damit der Einsatz von Salz, Splitt, Sole und anderen Verbrauchsmaterialien analysieren und optimieren.
  • Die Daten tragen zudem dazu bei, Maschinen nach einem Diebstahl schneller zu identifizieren. Das ist beispielsweise im Falle einer Flotte von Mährobotern sehr praktisch.
  • Die erfassten Telemetriedaten sind nicht nur für den Mitarbeiter im Betriebshof sichtbar, sondern können auch von anderen berechtigten Nutzern via Smartphone oder Tablet von überall auf der Welt abgerufen werden.
  • Zur Dokumentation gehören neben Maschinendaten auch Fotos von Karten mit dem Streckenverlauf oder eingepflegte Fotos von der Situation vor Ort (Straßenverhältnisse oder eine Aufnahme des Straßenrands nach erledigter Arbeit). Es gibt erste Lösungen, bei denen modifizierte Smartphones, die an der Frontscheibe von Müllfahrzeugen oder Kehrmaschinen angebracht sind, im Minutentakt Fotos machen. Die übermittelten Aufnahmen lassen sich von einer Software analysieren. So können Straßenschäden wie Löcher oder Risse automatisch erkannt werden.
  • Beim „Internet der Dinge“ (Internet of Things) werden die Geräte und Maschinen künftig auch untereinander vernetzt. Die Technik ist bereits in vielen Unternehmen etabliert und wird auch für Kommunen interessant. Ein Beispiel dafür ist die Solemischanlage auf einem Bauhof, die mit einem Notrufstörmelder verbunden sein kann. Gibt es ein Problem, wird der zuständige Mitarbeiter sofort informiert.
  • Kehrmaschinen mit Lasersensor
  • Die Entwicklung geht unvermindert weiter: So werden aktuell schon erste autonome Kehrmaschinen getestet. Sie sind mit Lasersensoren ausgestattet und fahren – ähnlich wie Mähroboter auf Sportplätzen und Grünflächen – selbstständig durch die Straßen. Noch sind autonome Arbeitsmaschinen Zukunftsmusik, weil erst viele rechtliche Fragen geklärt werden müssen. Aber auch hierzu können die Aussteller der demopark eine Einschätzung abgeben: Woran wird gearbeitet, womit können Kommunen in den nächsten Jahren rechnen?
  • Auf der demopark 2019 finden Besucher alle namhaften Kommunaltechnikhersteller der verschiedenen Geräteklassen – vom handgeführten Motorgerät bis zum schweren Lkw für den Autobahneinsatz. Auf dem rund 25 Hektar großen Flugplatzgelände in Eisenach-Kindel ist reichlich Platz vorhanden, um Maschinen und ihre Anbaugeräte auf Herz und Nieren zu untersuchen. Die Messe wird von der Gesellschaft zur Förderung des Maschinenbaus mbH, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft des VDMA, veranstaltet. Weitere Informationen finden Sie unter www.demopark.de. (demopark)

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