Schweiz: High Tech hält Einzug

Beim AgriTech Day konnten sich Besucherinnen und Besucher einen Einblick in Forschung und Entwicklung verschaffen.

Eindrücklich wurde der technische Fortschritt in der Landwirtschaft am AgriTech Day des Strickhofs anhand eines Pfluges aufgezeigt. Bild: lid.

Digitalisierung und neue Technologien haben Einzug in unseren Alltag gefunden. Sie verändern die Art und Weise, wie Nahrungsmittel produziert werden. Das Zusammenspiel moderner Wissenschaft und Landwirtschaft konnte am Strickhof im Rahmen des AgriTech Day betrachtet werden.

Erstmals spannten der Strickhof, der AgroVet Strickhof, die ETH und das World Food System Center zusammen und luden an der landwirtschaftlichen Schule in Lindau ZH zum AgriTech Day. Besucherinnen und Besucher konnten sich einen Einblick in Forschung und Entwicklung verschaffen. Dazu boten Führungen, Präsentationen, Demonstrationen und Fragerunden direkt mit den Wissenschaftlern ein abwechslungsreiches Programm. Auf verschiedenen Stationen konnten Innovationen in den Bereichen Pflanzenzüchtung, Pflanzengesundheit, Tiermedizin und Haltungssysteme für Rindvieh angeschaut werden.

Vision in der Pflanzenzüchtung

Im Bereich der Pflanzenzüchtung haben neue Technologien bereits viele positive Veränderungen mit sich gebracht. Beispielsweise können mithilfe der Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) Inhaltsstoffe einer Pflanze einfach und schnell bestimmt werden, wie Christoph Grieder, Pflanzenzüchter bei Agroscope, erklärt. Für die Züchtung sei es wichtig, das Merkmale einer Pflanze schnell und günstig vorhergesagt werden könnten, möglichst ohne das die Pflanze zuerst vollständig auswachsen müsse, fügt er an. Die Feld-Phänotypisierungs-Plattform (FIP) der ETH Zürich erlaubt es, die Entwicklung von Pflanzen über die Zeit und hochpräzise zu beobachten. Die Seilkameraanlage, welche sich über das ganze Feld erstreckt, trägt verschiedenste Sensoren, mit welchen Pflanzen genauestens vermessen werden können. Zusammen mit modernsten digitalen Erbgutprofilen, den genomischen Daten dieser Pflanzen, ergibt sich eine für die Züchtung interessante Kombination: Es ist nun möglich, auf der Basis von Erbgutprofilen Eigenschaften einer Pflanze vorauszusagen.

Bruno Studer, Professor für Molekulare Pflanzenzüchtung an der ETH, erklärt es so: "Unsere züchterische Vision ist es, aufgrund des Erbprofils einer Pflanze entscheiden zu können, ob diese Pflanze geeignet ist für die Weiterzucht." Beispielsweise in der Weizenzüchtung, wo es bis zur Marktreife einer neuen Sorte rund 10 bis 15 Jahre dauert, könnte die Art von Auslese die Züchtung effizienter machen.

Roboter übernehmen Gießen und Jäten

Neuste Roboter- und Drohnentechnik wurde auf dem Versuchsfeld vorgeführt und kommentiert. Der Roboter ANYmal, der an einen Hund erinnert, weil er sich vorsichtig auf vier Beinen vortastet, kann zum Beispiel selbstständig Arbeiten wie das Gießen von Topfpflanzen übernehmen. Dafür muss vorgängig eine Drohne GPS-Daten der Topfpflanzen aufnehmen und diese dann an den Roboter senden. Die Wissenschaftler der ETH sehen beispielsweise ein Anwendungsfeld in der zielgenauen Applikation von Pflanzenschutzmitteln.

Der große Hackroboter Typ Dino zeigte auf dem Versuchsfeld eindrücklich, wie Handarbeit in Zukunft minimiert werden kann. Durch ein eigenständiges und präzises GPS-Führungssystem bewegt sich der Dino mit einer Genauigkeit von 2 cm selbstständig durch den Anbau und bekämpft Unkraut mechanisch.

Auch Drohnen hatten einen prominenten Auftritt am Informationstag. Eric Vogelsanger, Masterstudent an der ETH, arbeitet an einem Drohnenprojekt im Weizenfeld mit. Die Drohne macht Bilder der Pflanzen, anhand welcher der Stickstoffgehalt der Pflanze geschätzt werden kann. Das soll helfen, die Stickstoffdüngung auf dem Feld zu optimieren und mit weniger Dünger einen gleich guten Ertrag zu erzielen. Für den Landwirten ist das attraktiv, weil er Kosten sparen und Stickstoffauswaschungen ins Grundwasser minimieren kann.

ETH-Zusammenarbeit mit Agroscope: Stickstoffmanagement

Mit Hilfe von Drohnen werden Bilder von Weizenfeldern gemacht und anhand der Bilder kann der Stickstoffgehalt der Pflanze geschätzt werden. so kann die Stickstoffdüngung auf dem Feld optimiert werden. Ziel ist es, mit weniger Dünger einen gleich guten Ertrag zu erzielen, so kann der Landwirt Kosten sparen und die Umwelt wird weniger belastet durch Stickstoffauswaschungen ins Grundwasser. (lid.ch)

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