Ritter: Erdbeeren und Spargel aus dem Rheinland

Der Erdbeer- und Spargelbetrieb Ritter in der Nähe Bonn ist schon von weitem an den weißen Folientunneln erkennbar. Erdbeeren, Spargel und verschiedene Beerensorten, Feldsalat, Päonien und sogar Weihnachtsbäume gehören zum Sortiment von Ritter.

v.l.n.r. Bernhard Brischwein, Claus Ritter, Tobias Linnemanns-Töns, Paul Lantzerath, Kassim Bougherf vor dem neuen Fendt 514 Vario in Nature Green. Bild: RWZ.

Unter den weißen Tunneln leuchten die roten Erdbeeren förmlich um die Wette. Die ersten Himbeeren sind schon im Verkauf und die Brombeeren und Kirschen sind auch bald erntereif. „Im geschützten Anbau liegt die Zukunft des Beerenbauers“, so Ritter. „Wir können schon früher ernten und sind nicht so sehr vom Wetter abhängig, wie das im Freiland der Fall ist.“ Einige der Tunnel werden von einer Biogasanlage beheizt, die ein benachbarter Landwirt betreibt. Die Heizschläuche werden unterhalb der Dämme verlegt und durch Wärme reifen die Erdbeeren noch früher heran. In Kombination mit der guten Lage seines Anbaugebietes kommt ihm das in der Vermarktung zu Gute. „Wir können früh in die Saison starten, weil wir durch die Kessellage ein warmes Klima haben“, so der heimatverbundene Bonner.

An seinen Direktvermarktungsständen bietet Ritter unter anderem frische Erdbeeren, Himbeeren und Spargel an.

In den Erdbeertunneln werden zehn 200er-Schmalspurtraktoren eingesetzt, da nur diese gut durch die Eingänge passen. „Die 200er ohne Kabine entsprechen genau unseren Anforderungen“, so Willi Koch, Traktorfahrer bei Ritter. Der Fendt 828 Vario und der 724 Vario werden im Transport, beim Grubbern oder zum Fräsen von Erdbeer- und Spargeldämmen eingesetzt. Einen großen Nutzen des Spurführungssystems VarioGuide sieht Ritter vor allem beim Fräsen. „Gerade an langen Arbeitstagen ist das eine große Arbeitserleichterung und wir arbeiten wirtschaftlicher“, stellt er die Vorteile heraus.

Wendigkeit und Stärke

Bei über 200 ha Anbaufläche spielt auch der Transport eine zentrale Rolle. Dafür hat Ritter 2016 in einen neuen Fendt 313 Vario Profi mit dem Frontkraftheber Fendt Cargo investiert. „Der 313er bietet uns einfach die perfekte Kombination aus Wendigkeit und Kraft, die wir vor allem im Transport und bei Ladearbeiten benötigen. Dort zeigt der Traktor seine Stärke und arbeitet ökonomisch mit der Transportgeschwindigkeit von 40km/h und einem kleinen Wendekreis“, erläutert Ritter seine Entscheidung.

Damit er genau auf die Bedürfnisse des Erdbeer- und Spargelbetriebs passt, hat er zusätzliche Gewichte in den Hinterreifen. Wenn der Fendt 313 Vario gerade nicht im Transport läuft, wird er auch zum Stroh laden oder im Auf- und Abbau der Tunnel gemeinsam mit den sechs Fendt 500 Varios eingesetzt.

„Wir helfen uns gegenseitig“

„So 25 bis 30 Jahre“, antwortet Ritter auf die Frage, wie lange er schon Kunde bei der RWZ Roisdorf ist. Die Anzahl der Jahre ist ihm auch nicht so wichtig, aber die gute Zusammenarbeit, die schätzt er sehr. Nicht nur der Umgang ist freundschaftlich, sondern man hilft sich gegenseitig.

Nur zwei Kilometer trennen den Betrieb Ritter und die RWZ Roisdorf und die kurze Entfernung ist für beide Seiten ein großer Vorteil. „Wir brauchten im Feldeinsatz einmal dringend Leihtrecker, der stand sofort für uns bereit. Diese unkomplizierte und verlässliche Zusammenarbeit ist wirklich toll“, so Ritter.

Dass auch Bernhard Brischwein, Fendt-Werksbaubeauftragter, den Betrieb gut kennt, zeigt sich an einem besonderen Hoftraktor. Der Fendt 200er, auf dem schon AGCO-Konzernchef Martin Richenhagen saß befindet sich jetzt auf dem Betrieb Ritter. Seit 2005 kennt Bernhard Brischwein Claus Ritter und schätzt seine Expertise. „Dieser Betrieb ist sehr interessant, weil er immer wieder nach neuen Ideen sucht und hohe Ansprüche an die Qualität stellt. Das gilt für seine Produkte und die Technik gleichermaßen“, so Brischwein. Ein Besuch in Marktoberdorf ist bereits geplant, damit sich der Unternehmer die Produktion dort einmal genau anschauen kann.

„Langweilig wird es nie!“

Tobias Linnemanns-Töns soll den Betrieb von Claus Ritter und seiner Frau Sabine einmal übernehmen und arbeitet nun als seine rechte Hand im Betrieb. Als ausgebildeter Zierpflanzengärtner mit einem Bachelor in Gartenbau und drei Jahren Erfahrung bei Kräge Erdbeerpflanzen hat er genau die richtige Ausbildung für den Betrieb. „Ins Rheinland wollte ich sowieso gerne wieder und die Perspektive ist wirklich toll. Ich bin überzeugt vom geschützten Anbau und dieser Betrieb ist einer der größten Tunnelbetriebe. Die Arbeit ist nie langweilig, weil der Betrieb so vielfältig aufgestellt ist und die Qualität steht hier bei allen Entscheidungen im Zentrum“, erzählt Linnemanns-Töns begeistert.

Die hohen Standards erreicht der Betrieb vor allem, weil nicht nur die Innovationen der Technik im Vordergrund stehen, sondern auch die Mitarbeiter und ihre Bedürfnisse. Claus Ritter hat 20 Fachangestellte und in der Saison bis zu 650 Erntehelfer auf dem Betrieb. Deshalb legt Linnemanns-Töns einen großen Schwerpunkt auf die Schulung der Mitarbeiter und wählt neue Technik auch nach der Anwenderfreundlichkeit aus.

Das nächste Projekt schon in der Nase

„Wir haben klein angefangen und zu Beginn hat meine Frau die Erdbeeren selbst an der Straße verkauft. Heute fasst der Betrieb 180 ha Sonderkulturen und 25 ha Weizen. Wir haben 18 Direktvermarktungsstände und verkaufen Spargel an die Restaurants aus der Umgebung. Ohne Sabine wäre das nicht möglich gewesen“, erzählt der gelernte KFZ-Mechaniker stolz.

„Ich bin auf einem Hof ganz in der Nähe aufgewachsen und als Kind habe ich „Ein Mann will nach oben“ geschaut, das hat mich inspiriert und ich wollte erfolgreich werden. 1983 nach der Hochzeit haben wir unseren Betrieb gemeinsam gegründet“, so Ritter. Was zunächst klein anfing wurde immer größer und Claus Ritter hat immer wieder neue Ideen.

„Das nächste Projekt ist auch schon geplant. Wir werden ein Restaurant in einer ehemaligen Gärtnerei eröffnen. Die Idee hatte meine Frau schon vor zehn Jahren und nun setzten wir sie endlich in die Tat um. Es soll 500 Sitzplätze und 120 Plätze im Außenbereich haben und es werden dort nur Lebensmittel aus eigenen oder regionalen Anbau zubereitet. Meine Tochter ist gelernte Köchin und wird gemeinsam mit Sabine das Restaurant übernehmen. So ist die ganze Familie stark im Betrieb involviert.“ Im Restaurant wird vor allem der eigene Spargel angeboten. Dafür baut Ritter jetzt neben weißem und grünem Spargel auch violetten Spargel an. Den Restaurant Besuch sollte man sich für die Spargelsaison 2018 schon einmal vormerken. (Quelle: RWZ)

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