Hamburg: 67. Internationale Kartoffel-Herbstbörse des DKHV

Am 26. September trafen sich rund 170 Gäste zur Internationale Kartoffel-Herbstbörse in Hamburg.

Teilnehmer an der 67. Kartoffelherbstbörse. Bild: Deutscher Kartoffelhandelsverband e.V..

Die Elbkuppel im Hotel Hafen Hamburg war am 26. September 2018 der neue Treffpunkt für rund 170 Gäste zur Internationale Kartoffel-Herbstbörse des Deutschen Kartoffelhandelsverbandes. Das Jahr 2018 zeigte sich von seiner warmen, sonnigen und außerordentlich trockenen Seite. Was viele Menschen freute, stellte die Kartoffelwirtschaft vor immense Herausforderungen und hält immer noch viele Fragezeichen bereit. Da war es nicht verwunderlich, dass die Börsenteilnehmer mit großer Spannung dem Informationsaustausch und der Bekanntgabe des vorläufigen Ernteergebnisses entgegen fieberten.

Der Präsident des gastgebenden Deutschen Kartoffelhandelsverbandes e.V., Thomas Herkenrath, betonte in seiner Eröffnungsrede, dass die Wirtschaft die Herausforderungen dieses komplizierten Jahres selbstbewusst annimmt. Die stetige Diskussion um die Erntemenge und Qualitäten sowie mögliche Preissteigerungen bei Kartoffeln führe derzeit jedoch in den Medien zu besorgniserregenden Schlagzeilen. Die Versorgung mit Kartoffeln sei auch in diesem Jahr keinesfalls gefährdet. „Kartoffeln als gesundes und weiterhin preiswertes Lebensmittel werden auch in diesem Jahr dem Verbraucher ausreichend zur Verfügung stehen. Dank der großen Anstrengungen der Landwirte und aller anderen Unternehmen, werden die Regale im Supermarkt nicht leer bleiben“, ist sich Herkenrath sicher. Wichtig sei, mit Augenmaß und Sachverstand die Ware zu verwerten. Denn die Qualität der Knollen spiele bei der Kaufentscheidung der Verbraucher eine entscheidende Rolle.

Wer nur auf höhere Preise spekuliere, könne sich verkalkulieren. Präsident Herkenrath verwies auf andere, vermeintlich knappe Jahre und warb dafür, dem Markt kontinuierlich gute Kartoffelpartien zur Verfügung zu stellen. Über welche Erntemenge wir dabei voraussichtlich verfügen können, wurde im Anschluss durch Herrn Ministerialrat Dr. Kuhlmann vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in der ersten Schätzung des Sachverständigenausschusses von Bund und Ländern zur "Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung" verkündet.

Nach dieser ersten Schätzung beträgt die Kartoffelernte ca. 8,75 Mio. t. Das sei ein Minus von etwa 25% gegenüber dem Vorjahr, so Dr. Kuhlmann. Allerdings müsse man dabei beachten, dass die Ernte des Vorjahres mit 11,7 Mio. t überdurchschnittlich groß gewesen sei. Nach den vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung wurden rund 250 200 Hektar Ackerland mit Kartoffeln bestellt. Die Anbaufläche blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant. Spitzenreiter bei der Anbaufläche bleibt unangefochten Niedersachsen mit einem Flächenanteil von aktuell 45%, gefolgt von Bayern mit 16% und Nordrhein-Westfalen mit 13%. Gegenüber dem Vorjahr wurde der Anbau vor allem in Schleswig-Holstein (- 8%) und in Sachsen (- 6%) eingeschränkt und in Sachsen-Anhalt um + 7% ausgedehnt. Die derzeitigen Rodeergebnisse weisen mit 35 t pro Hektar ein Minus von 11,8 t bzw. 25% gegenüber dem Vorjahr aus. Dr. Kuhlmann unterstrich jedoch, dass die Haupternte noch nicht abgeschlossen sei und die Zahlen sich ändern könnten.

Mit großem Interesse folgten die Gäste dem Beitrag von Dr. med. Thomas Ellrott, der als Ernährungspsychologe und Buchautor an der Universität Göttingen lehrt. Unter dem Motto „Wie die Digitalisierung unser Essverhalten beeinflusst“ führte er aus, wie die verschiedenen Ernährungsstile immer stärker zur Definition des eigenen Lebensstils und damit der Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen geworden sind. Dass die Kartoffel auch künftig das „Lebensmittel der Wahl“ sein sollte, hänge mit den vielen positiven Eigenschaften der Knolle zusammen. Sie passe bereits jetzt in jeden Lebensstil. Er schloss mit dem Verweis auf den (v.l.n.r.) Thomas Herkenrath, DKHV-Präsident, Kristin Meyer, Heidekartoffelprinzessin, Ramona Glöckl, Bayerische Kartoffelkönigin, Olaf Feuerborn, UNIKA-Vorsitzender, Dr. Sebastean Schwarz, DKHV-Geschäftsführer Fotos: DKHV DGE-Journalistenpreis von 2018, der an den Beitrag „Low carb wird überbewertet - esst mehr Kartoffeln“ von Lara Malberger vergeben wurde.

Die Aussteller zeigten sich mit dem neuen Format der Veranstaltung und dem regen Interesse an ihren Ständen auf der Internationalen Kartoffel-Herbstbörse äußerst zufrieden.

Aussteller und Gäste diskutierten bei einem exquisiten Kartoffelbuffet bis tief in die Nacht. Der neue Veranstaltungsort in der Elbkuppel hoch über den Landungsbrücken stieß auf einhelliges Lob. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich bereits jetzt viele den 1. Oktober 2019 als Termin für die nächste Kartoffel-Herbstbörse fest in ihren Kalender eingetragen haben. (Quelle: Deutscher Kartoffelhandelsverband e.V.)

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