FGL Schleswig-Holstein: Neue Wege bei der Nachwuchswerbung

Um Schulabgänger für den landschaftsgärtnerischen Beruf zu begeistern, lässt Adonis Andresen, Ausbilder und Referent für Nachwuchswerbung beim Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, nichts unversucht.

Um Schulabgänger für den landschaftsgärtnerischen Beruf zu begeistern, lässt Adonis Andresen, Ausbilder und Referent für Nachwuchswerbung beim Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, nichts unversucht. Neben der klassischen Präsenz auf verschiedenen schleswig-holsteinischen Berufsmessen hat Andresen im Juni erstmals zwei neue Varianten ausprobiert: Vermessungsunterricht in der Gesamtschule Faldera in Neumünster und Berufe-Speed-Dating im Gymnasium Hohe Geest mit Regionalschulteil in Hohenwestedt.

„So Blumen und so, denke ich. Die machen Blumenbeete ordentlich“, lautete die Antwort einer 9.-Klässlerin der Gesamtschule Faldera in Neumünster auf Adonis Andresens Einstiegsfrage nach den Aufgaben eines Landschaftsgärtners. Klaus Stamm, Lehrer für Berufskunde, hatte dazu eingeladen, in seiner Schule diverse Ausbildungsgänge praktisch zu präsentieren. Er stellt immer wieder fest, dass seine Schüler sich unter den wenigsten Berufen etwas vorstellen können. Andresen wundert das nicht: „Bei mehr als 350 anerkannten Ausbildungsberufen sehen die Jugendlichen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ein Grund mehr dafür, dass wir uns besser von der Masse abheben sollten. Die Personalverantwortlichen der grünen Betriebe müssen begreifen, dass es fünf vor 12 ist. Wir haben akuten Bewerbermangel in Schleswig-Holstein!“

Andresen gibt Garten- und Landschaftsbau Betrieben Ideen und Tipps zur Akquise von Nachwuchs an die Hand. Deshalb testet er diverse Wege, um das Image des Landschaftgärtners aufzufrischen und den Beruf bekannter zu machen.

In der Schule in Neumünster unterrichte er in vier Kursen jeweils 1,5 Stunden Vermessungskunde. Ziel war es, neben Imageaufbau auch die Weiterbildungsmöglichkeiten zu präsentieren und zu zeigen, dass „Landschaftgärtner nicht nur Blümchen gießen, sondern dass dies ein anspruchsvoller technischer Beruf ist“, so Betriebswirt Andresen, der vorschlägt, dass jeder Betrieb mindestens einmal im Jahr zwecks Nachwuchswerbung eine Schule in seiner Umgebung besucht. Mit Nivelliergerät und Schnurnagel bewaffnet, ging es für die Schüler im Anschluss an die Theorie in den Schulgarten. Hier nahmen Sie einfache Vermessungen vor. „Das war cool und locker“, wurde Andresen im Anschluss von einem Schüler gelobt, der ergänzte: „Ich kann mir jetzt viel mehr unter dem Job vorstellen.“

Berufe-Speed-Dating für Gymnasiasten und Ausbilder
20 Minuten Zeit hatten Mathias Brandt von der Firma Be Wi Be, Garten- und Landschaftsbau GmbH und Baumpflege und Adonis Andresen, um sich selbst und die Ausbildung inklusive Optionen der Weiterbildung in ein positives Licht zu rücken. Klingt erst einmal viel, die Zeit ist aber schnell herum, hat man viel zu sagen. Brandt und Andresen gelang es mit ihrem kurzweiligen Vortrag, die Schüler in Hohenwestedt für den Ausbildungsgang zum Landschaftsgärtner zu interessieren. Dies untermauerten die ruhige Atmosphäre während und zahlreiche Nachfragen im Anschluss an den Vortrag. Die Frage eines Schülers nach den Zukunftsperspektiven konnte nachdrücklich positiv beantwortet werden, denn feststeht: In Schleswig-Holstein werden Fachkräfte dringend gesucht. Die Perspektiven sind deshalb glänzend. Brandt lud die Anwesenden im Anschluss an den Vortrag zu einem Seilkletter-Workshop an der Schule ein. Mit dieser Aktion möchte die Firma Be Wi Be für ihre freien Arbeitsplätze zum Beispiel als Baumpfleger werben – auch eine gute Idee.

Vorschläge für die Nachwuchswerbung und Präsenzmöglichkeiten auf Ausbildungsmessen erhalten interessierte Betriebe bei ihren jeweiligen Fachverbänden. 

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