BdB: Fordert Entschädigungsfonds für Baumschulen

Das jährliche Gespräch mit den Obleuten des Agrarausschusses des Deutschen Bundestages hat der BdB genutzt, um die Einrichtung eines deutschen Entschädigungsfonds für Baumschulbetriebe zu fordern. Hintergrund ist die zunehmende Bedrohung der Betriebe durch sogenannte Quarantäneschädiger.

Das jährliche Gespräch mit den Obleuten des Agrarausschusses des Deutschen Bundestages hat der BdB genutzt, um die Einrichtung eines deutschen Entschädigungsfonds für Baumschulbetriebe zu fordern. Hintergrund ist die zunehmende Bedrohung der Betriebe durch sogenannte Quarantäneschädiger, die eine amtlich angeordnete Vernichtung der Pflanzenbestände nach sich ziehen kann.

„Der Klimawandel und der internationale Handel begünstigen die Einschleppung von fremdartigen Schädlingen, die als sogenannte Quarantäneschädiger auf Listen der Europäischen Union geführt werden. Treten diese Schädlinge in einer Baumschule auf, müssen die Bestände im schlimmsten Fall von Amts wegen vernichtet werden“, argumentierte BdB-Präsident Helmut Selders, „für solche Fälle muss es künftig eine staatliche Entschädigung geben, damit eine betroffene Baumschule nicht in ihrer Existenz gefährdet wird.“

Zwar seien die Baumschulen von Quarantäneschädigern, wie dem chinesischen Zitrusbockkäfer, bisher verschont geblieben. Allerdings sei dieser Käfer bereits in Deutschland aufgetreten und nur durch großflächige Abholzungsmaßnahmen vor Ort vernichtet worden. „Wäre eine Baumschule von so einer Aktion betroffen, käme dies einer betrieblichen Katastrophe gleich“, erläuterte Selders.

Mit dem Bakterium Xylella fastidiosa sei in Italien und Frankreich ein neuer aggressiver Quarantäneschädiger in Europa angekommen. „Wir Baumschulen sind uns unserer Verantwortung zur Pflanzengesundheit bewusst. Wir unterstützen alle amtlichen Maßnahmen, die Quarantäneschädiger einzudämmen bzw. zu vernichten. Es kann aber nicht sein, dass die Baumschulen auf dem Schaden sitzen bleiben“, so Selders.

Ab dem nächsten Jahr sehe die EU eine fünfzigprozentige Entschädigung aus EU-Mitteln vor. Der BdB-Präsident dazu: „Diese Entschädigung fließt aber nur, wenn die Bundesrepublik durch einen nationalen Topf vorfinanziert. Außerdem ist es nötig, dass der Pflanzenwert zu hundert Prozent entschädigt wird. Nur so können die Betriebe der Existenzgefährdung entgehen.“

Da für den Pflanzenschutz die Länder zuständig seien und vor diesem Hintergrund der Bund nicht in direkter Verantwortung stehe, bat Selders die Abgeordneten darum, gemeinsam mit den Ländern eine Möglichkeit zu suchen, einen deutschen Entschädigungsfonds aufzulegen. „Der deutsche Föderalismus sollte nicht der Grund dafür sein, dass ein nationaler Entschädigungsfonds auf der Strecke bleibt. Die Politik in Bund und Ländern ist gefordert, hier eine Lösung im Sinne der Betriebe zu finden.“ 

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