Bayreuth: Bessere Artenvielfalt durch Energiepflanzen

Pflanzen, die für die Biogassubstratproduktion bestimmt sind, können die Landschaft und die Artenvielfalt bereichern, das zeigt eindrucksvoll die Landwirtschaftliche Lehranstalt in Bayreuth.

Biogas und Biodiversität - geht das? Bild: GABOT.

In Bayreuth befindet sich eines von insgesamt neun Informations- und Demonstrationszentren für den Energiepflanzenanbau in Bayern mit über 30 Parzellen unterschiedlicher Energiepflanzen. Wissenschaftler der Bayerischen Landesanstalten für Landwirtschaft (LfL), für Weinbau und Gartenbau (LWG) sowie des Technologie- und Förderzentrum Straubing (TFZ) präsentierten vergangenen Donnerstag unterschiedliche Energiepflanzen im Rahmen einer Felderbegehung. Dabei stießen gerade neue und wiederentdeckte Energiepflanzen auf besonderes Interesse. Diverse Wildpflanzenmischungen bieten sich für die energetische Nutzung an und stellen zugleich für Bienen und andere Insekten ein reichhaltiges Blühangebot dar, sind sogar Lebensraum für viele Wildtiere.

Neben den klassischen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide, Ackerfutter sowie Zwischenfruchtmischungen, die schon jetzt die Fruchtfolgen erweitern, sind Dauerkulturen wie die Durchwachsene Silphie ein Thema. Die gelb blühende Staude aus Nordamerika rückt aktuell immer stärker in den Fokus der Biogasanlagenbetreiber. „Dauerkulturen wie die Durchwachsene Silphie bedecken ganzjährig den Boden und benötigen keine jährliche Bodenbearbeitung. Das verringert die Bodenerosion und das Nitratauswaschungspotential. Nach der Ernte kann die Staude in Biogasanlagen vergoren und zu Strom und Wärme umgewandelt werden. Die zu den Korbblütlern zählende Art punktet mit vielen ökologischen Vorteilen. Sie kann ohne chemischen Pflanzenschutz erfolgreich angebaut werden, vermehrt den Humus im Boden und verbessert dadurch die Bodenfauna“ erklärte Dr. Pedro Gerstberger, Biologe an der Universität Bayreuth. (LfL)

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