Bayern: Neue Farbe auf den Gräbern

Angehörige und Friedhofsgärtner in ganz Bayern sind in den kommenden Wochen bemüht, neue Farbe auf die Gräber zu bringen.

Pflanzkombination mit rosa Cyclamen, dunkelroten Calluna und verschiedenen Blattschmuckpflanzen. Bild: TBF.

Viele Blumen des Sommers haben die langen Hitzewellen in diesem Jahr nur mit viel Pflege überstanden. Jetzt, Anfang Oktober, ist es an der Zeit, sie durch neue, frische Pflanzen zu ersetzen, da der Blütenreichtum der Sommerblüher nun stark abnimmt, die Pflanzen aus der Form gewachsen sind oder gelbliches Laub bekommen. Wer ab Mitte Oktober über den Friedhof spaziert, wird ein ganz anderes Bild vorfinden.

Für Friedhofsgärtner wie Thomas Götz aus Würzburg ist das eine wichtige Zeit. Die langen Gießzeiten des Sommers, die kaum eine Pause ermöglichten, weichen nun der herbstlichen Pflanzsaison. In den Gewächshäusern stehen jetzt nicht nur Heidegewächse wie Calluna oder Erika zur Pflanzung bereit. Der Trend der letzten Jahre zeigt eine große Vielfalt an unterschiedlichen Herbstpflanzen. Pflanzen mit auffälligen Blüten kombiniert man heute mit Beerenpflanzen wie Pernetien und Blattschmuckpflanzen wie buntblättrigem Salbei.

Wichtig bei der Herbstpflanzung ist es, sich darüber im Klaren zu sein, ob die Anpflanzung bis zum Frühling ansprechend aussehen soll, oder ob die gesamte Pflanzfläche in den Wintermonaten mit Tannengrün, einer Schale oder einem Gesteck bedeckt wird. Je nachdem, was man benötigt, können unterschiedliche Pflanzen verwendet werden. Cyclamen oder Stiefmütterchen bereichern durch ihre kräftigen Farbtöne jede Herbstanpflanzung, behalten ihre Schmuckwirkung aber nicht über den Winter. Wer sich auch in der kalten Jahreszeit Farbe auf dem Grab wünscht, muss sich an immergrüne Pflanzen halten, wie manche Gräser und Farne, Thymian, Salbei- oder Sedumarten, deren Laub auch den winterlichen Temperaturen trotzt und bis zum Frühling ansprechend aussieht. Hier ist ein gewisses Farb- und Formengespür erforderlich, um eine stimmige Pflanzung daraus zu kreieren.

Thomas Götz und sein Friedhofsgärtnerteam haben eigene Erfahrung, was die trockenen und kalten Winter im Raum Würzburg aushält und welche Pflanzenzusammenstellungen das Kundenherz erfreuen. Auf den Pflegegräbern der Friedhofsgärtnerei Götz wird man diesen Herbst eine Kombination aus verschiedenen Hebe-Sorten, rosarot blühenden oder gelblaubigen Calluna, umspielt von Gräsern und wintergrünen Blattschmuckpflanzen sehen können. „Weißlaubige Calluna pflanze ich nur noch, wenn es der Kunde wirklich wünscht, weil sie viel schneller nicht mehr schön aussehen als rotblühende“, weiß Thomas Götz. „Hebe verwende ich hingegen sehr gerne, weil sie mit der besonderen klimatischen Lage in Würzburg gut zurechtkommen.“ Im Würzburger Raum ist eine aufwendige Tannenabdeckung im Winter Tradition. Die Bereiche der Gräber, die nicht mit Herbstpflanzen bepflanzt sind, werden gekonnt mit Nadelholzzweigen abgedeckt. Auch Calluna-Schalen, beispielsweise mit einer Umrandung aus Nobilistanne, Kiefernästen und gelben Thujazweigen, sind hier üblich, während anderswo in Bayern Allerheiligengestecke oder bunt bepflanzte Schalen ab November Teile der Gräber bedecken. „ Bei unseren Grabbepflanzungen ist es mir wichtig, dass die Pflanzen möglichst bis zum Frühling gut aussehen und sie ein helles und freundliches Bild abgeben, weil der November schon trist genug ist“, meint Friedhofsgärtner Thomas Götz.

Wen die große Vielfalt überfordert, kann sich in den Gärtnereien Bayerns fachkundig beraten lassen. In vielen Betrieben warten auch Schaugräber zur Nachahmung oder als Ideengeber auf ihre Kunden, die Pflanzkombinationen zeigen, die in der jeweiligen klimatischen Lage den Winter gut überdauern. (Quelle: TBF)

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.