Backhaus: Glyphosat-Aufklärung dient Landwirten und Bürgern

In den vergangenen Wochen wurde viel um die Verlängerung von Glyphosat gestritten, ein Ende ist vorerst nicht absehbar. Auch die EU-Staaten kamen am Montag zu keiner Einigung.

„In den vergangenen Wochen wurde viel um die Verlängerung von Glyphosat gestritten, ein Ende ist vorerst nicht absehbar. Auch die EU-Staaten kamen am Montag zu keiner Einigung. Als Verbraucherschutzminister von Mecklenburg-Vorpommern werte ich es grundsätzlich als ein gutes Zeichen, dass bei einem vielfach verwendeten Pflanzengift, dessen Gefährlichkeit zumindest nicht unumstritten ist, Sorgfalt vor Schnelligkeit geht. Die bestehenden Ungereimtheiten, selbst innerhalb hochrangiger Forschungsinstitute, ist auch für mich ein unbefriedigender Zustand.“

Gleichwohl betonte Dr. Backhaus, „dass wir uns nicht der Illusion hingeben dürfen, dass eine Studie umfassend genug sein kann, um uns absolute Sicherheit über die langfristigen Auswirkungen von Glyphosat zu geben“. Stattdessen müsse sachlich abgewogen werden, welche Entscheidung mit Blick auf den jetzigen Kenntnisstand vernünftig erscheint. Glyphosat pauschal unter Krebsverdacht zu stellen, ohne beispielsweise gesicherte Angaben zu Prüfungsmethoden zu machen, halte er für problematisch.

Als Agrarminister gab er auch zu bedenken, dass ein Glyphosat-Verbot „weitreichende Folgen“ für die Landwirtschaft mit sich bringe. Die pfluglose Bearbeitung, die den Boden vor Erosion und Austrocknung schützen soll, müsse durch traditionelle Methoden ersetzt werden. Direkte Folge wäre auch ein Anstieg der Emissionen von Treibhausgasen durch den gesteigerten Dieselverbrauch. Weitere Verschärfungen würden zudem zu erheblichen Belastungen, Einbußen und Mehraufwand für Landwirte führen.

Der Minister warnte davor, die potenziellen Betroffenheit durch ein Glyphosat-Verbot allein in der Landwirtschaft zu sehen: „Wir alle leben von der Landwirtschaft, sie ist Teil unserer Gesellschaft. Auch wir werden Veränderungen auf kurz oder lang zu spüren bekommen. Als Oppositionspartei reicht es vielleicht aus Forderungen aufzumachen. Unsere Aufgabe ist es jedoch, die Bedürfnisse aller Beteiligten zu berücksichtigen und auf Basis der Erkenntnisse praktikable Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen.“

Dass Mecklenburg-Vorpommern die hitzigen Debatten um das Herbizid ernst nehme, habe das Land auf diversen Ministerkonferenzen mehrfach unter Beweis gestellt, so Dr. Backhaus. Forderungen zum eingeschränkten Einsatz habe es „ausnahmslos mitgetragen“. Dazu gehöre unter anderem das Abgabeverbot an Privatpersonen oder das Ausbringungsverbot auf öffentlichen Flächen.

Insgesamt müsse aber für noch mehr Aufklärung und Transparenz gesorgt werden – „das sind wir den Bürgerinnen und Bürgern, aber auch den Landwirten schuldig.“

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