22 neue Baumkontrolleure auf Spurensuche

Im Rahmen der Verkehrssicherheitspflicht müssen Bäume an Straßen, Wegen, Friedhöfen und Plätzen im öffentlichen Bereich sowie private Gehölzbestände in Gärten, Parks und Grünflächen der Wohnungsbaugesellschaften regelmäßig überprüft werden.

Die Arbeit der Baumkontrolleure erinnert an Detektivarbeit. Im Rahmen der Verkehrssicherheitspflicht müssen Bäume an Straßen, Wegen, Friedhöfen und Plätzen im öffentlichen Bereich sowie private Gehölzbestände in Gärten, Parks und Grünflächen der Wohnungsbaugesellschaften regelmäßig überprüft werden. 22 Baumkontrolleure aus NRW wurden am 3. und 4. April von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zertifiziert und erhielten nach erfolgreicher Prüfung im Gartenbauzentrum in Münster-Wolbeck ihre Urkunden.

Im Rahmen einer zehntägigen Intensivschulung wurden die Mitarbeiter von Städten und Kommunen am Gartenbauzentrum mit Spezialwissen rund um die Themen Baumbiologie, Schadsymptome, Recht und Handlungsmaßnahmen versorgt. Das Zertifikat der Landwirtschaftskammer bietet den verantwortlichen Mitarbeitern nicht nur ausreichend Entscheidungssicherheit, sondern dient im Falle eines Rechtsstreites als notwendiger Nachweis der Fachkompetenz.

Nach erfolgreich bestandener Prüfung gehen die zertifizierten "Baumkommissare" auf Spurensuche: Gibt es Indizien, die auf Pilzbefall des Baumes hinweisen? Auch das Baumumfeld spielt eine Rolle: Wurde der Wurzelbereich des Baumes im Rahmen von Bauarbeiten oder Schwerlastverkehr verdichtet oder beschädigt? Kann der oft ehrwürdige Baumriese mit regenerierenden oder sichernden Pflegemaßnahmen stabilisiert oder muss er gefällt werden?

Städte und Kommunen sind im Rahmen der Verkehrssicherheitspflicht aufgefordert, Bäume hinsichtlich ihrer Gefahren zu kontrollieren. Dabei fällt den Baumkontrolleuren viel Verantwortung zu, da im Falle eines Rechtsstreits die Gerichte prüfen, inwieweit der Verkehrssicherheitspflicht nachgekommen worden ist. Der Baumkontrolleur muss seine Kontrollen detailliert aufzeichnen, um im Schadensfall den Kontrollumfang nachweisen zu können.

Die Landwirtschaftskammer bietet in diesem Jahr noch weitere Kurse mit dem hauseigenen Zertifikat an. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung in einem der anerkannten Ausbildungsberufe Landwirt, Gärtner oder Forstwirt sowie eine mindestens einjährige Tätigkeit in der Baumpflege oder Baumkontrolle. Weitere Informationen stehen im Internetangebot der Landwirtschaftskammer unter www.gartenbauzentrum.de.

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