Prognosfruit: Ergebnisse 2017

Der traditionelle Kongress der europäischen Apfel- und Birnenwirtschaft zur Schätzung der europäischen Ernte von Äpfeln und Birnen fand in diesem Jahr vom 9. bis 11. August 2017 im spanischen Lleida statt.

Prognosfruit schätzt die diesjährige Apfelernte in der Europäischen Union für die 28 Mitgliedstaaten auf 9.343.000 t und damit um 21% niedriger als im Vorjahr. Bild: GABOT.

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Prognosfruit wurde in diesem Jahr von der katalonischen Apfelwirtschaft zusammen mit der World Apple and Pear Association (WAPA) und der europäischen berufsständischen landwirtschaftlichen und genossenschaftlichen Interessenvertretung COPA/COGECA vom 9. bis 11. August 2017 im spanischen Lleida ausgerichtet.

Prognosfruit schätzt die diesjährige Apfelernte in der Europäischen Union für die 28 Mitgliedstaaten auf 9.343.000 t und damit um 21% niedriger als im Vorjahr mit 11.779.000 t. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2016 fällt der Rückgang sogar mit 23% aus. In Deutschland werden in diesem Jahr nur 555.000 Tonnen Äpfel erwartet und damit liegt die Ernteerwartung um 46% niedriger als im Vorjahr. Im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 3 Jahre, 2014 bis 2016 mit 2017, beträgt der Rückgang der deutschen Apfelernte 47%. Für den Rückgang in diesem Jahr sind insbesondere die Frostschäden in der Nacht vom 19. auf den 20. April verantwortlich. Besonders betroffen war davon der Apfelanbau in Baden-Württemberg. Aber auch in Bayern, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gibt es deutliche Ernteverluste durch die Frostereignisse. Lediglich der Norden Deutschlands ist in diesem Jahr insgesamt von den Frostschäden weniger betroffen. Hinzu kamen in einigen Regionen Ausfälle durch Hagel.

Die größten Apfelerzeugerländer der Europäischen Union sind in diesem Jahr Polen mit 2.870.000 t (gegenüber Vorjahr minus von 29%), gefolgt von Italien mit 1.757.000 t (minus 23% gegenüber Vorjahr) und Frankreich mit 1.396.000 t (minus 8% gegenüber Vorjahr). Normalerweise belegte Deutschland immer mit rund 1.000.000 t den Vierten Platz in der Europäischen Union. In diesem Jahr verdrängt Ungarn Deutschland vom Vierten Platz mit 628.000 t (gegenüber dem Vorjahr plus von 26%). Deutschland rangiert nur auf Platz fünf mit besagten 555.000 t (gegenüber Vorjahr minus 46%). Es folgt Spanien mit 474.000 t (gegenüber Vorjahr minus 4%) vor Portugal mit 314.000 t (gegenüber Vorjahr plus 19%) und Rumänien mit 309.000 t (minus 6% gegenüber Vorjahr). Auf den nächsten Plätzen folgen die Niederlande mit 234.000 t (gegenüber Vorjahr minus 26%) und Griechenland mit 232.000 t (gegenüber Vorjahr minus 10%). Es folgt das Vereinigte Königreich mit 137.000 t (minus 25% gegenüber Vorjahr) vor der Tschechischen Republik mit 108.000 t (gegenüber Vorjahr minus 22%). Es folgt dann Belgien mit 74.000 t (gegenüber Vorjahr minus 68%) und damit dem stärksten Rückgang. In Österreich werden 67.000 t erwartet, in Kroatien 66.000 t. In Litauen werden 44.000 t und in der Slowakei 31.000 t erwartet. In Dänemark lediglich 19.000 t, in Schweden 18.000 t und in Slowenien 6.000 t sowie abschließend in Lettland 5.000 t.

Die Birnenernte in der Europäischen Union wird mit 2.148.000 t nur um 1% niedriger ausfallen als im Vorjahr. Größte Birnenerzeugerländer in der Europäischen Union sind Italien mit 719.000 t vor Spanien mit 312.000 t und den Niederlanden mit 307.000 t. In Deutschland werden in diesem Jahr lediglich 19.000 t Birnen erwartet. Dies entspricht einem Rückgang um 46% gegenüber dem Vorjahr.

Neben der insgesamt kleineren Ernte gibt es darüber hinaus eine sehr unterschiedliche Versorgung nach einzelnen Sorten. Insbesondere die „Golden-“ und die „Jonagold-Gruppe“ werden deutlich weniger verfügbar sein, als die übrigen Sorten. Von der Gesamternte von 9.343.000 t in der Europäischen Union werden voraussichtlich 6.200.000 t für den Frischmarkt zur Verfügung stehen und 3.200.000 t für die Verarbeitung.

In der Europäischen Union ist damit die Apfelernte 2017 die kleinste Ernte seit 2007. 2007 wurden 9.131.000 t geerntet. In Deutschland ist die Ernte 2017 mit 555.000 t die kleinste Ernte seit 1991. 1991 wurden lediglich 365.000 t Äpfel geerntet. Vergleichbar wenig Äpfel wurden zudem noch im Jahre 1995 mit 573.000 t geerntet. (Quelle: bog)

In Deutschland ist bei den Hauptsorten von folgenden Mengen auszugehen:

Elstar 129.000 t (minus 35% gegenüber Vorjahr)
Gala 54.000 t (minus 25% gegenüber Vorjahr)
Braeburn 52.000 t (minus 50% gegenüber Vorjahr)
Jonagold 50.000 t (minus 59% gegenüber Vorjahr)
Jonagored 50.000 t (minus 57% gegenüber Vorjahr)
Red Jonaprince 41.000 t (minus 50% gegenüber Vorjahr).

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