IVA: PAMIRA erfolgreich

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In Deutschland werden mehr als die Hälfte der Verpackungen für Pflanzenschutzmittel von der Industrie nach Gebrauch wieder eingesammelt und umweltverträglich entsorgt. Unter dem Namen PAMIRA wurde das Rücknahmesystem 1996 bundesweit eingeführt. Die Rücklaufquote konnte von anfänglich 36% auf über 50% in den letzten Jahren gesteigert werden. Das berichtete Detlef Döhnert vom Europäischen Pflanzenschutzverband gestern in Bonn auf einer Experten-Tagung zur Risikominderung im Pflanzenschutz, die von der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veranstaltet wurde. „Die beachtliche Rücklaufquote belegt, dass das System bei allen Beteiligten hohe Akzeptanz genießt“, erklärte Döhnert.

 

Die Pflanzenschutz-Industrie in Deutschland war Schrittmacher bei der Entwicklung eines brancheneigenen Rücknahmesystems auf freiwilliger Basis; erste Pilot-Projekte starteten schon 1991. PAMIRA ist inzwischen Beispiel gebend für ähnliche Projekte in Frankreich, den Niederlanden und Belgien, aber auch in Ungarn, Polen und selbst in Brasilien.

 

Weil die Gesamtmenge an Verpackungen gering ist - insgesamt handelt es sich um weniger als 3.000 Tonnen jährlich - und der Pflanzenschutz außerdem ein Saisongeschäft ist, muss die Rücknahme straff organisiert werden. Bundesweit wurden beim Pflanzenschutz-Handel rund 230 Sammelstellen eingerichtet. Sie sind jeweils nur 1 bis 3 Tage im Jahr geöffnet. Dort können die Landwirte gebührenfrei ihre leeren Kanister anliefern. Die Kosten für Annahme und Kontrolle der Verpackungen, den Transport und die Verwertung trägt die Industrie. Die Behälter werden zerkleinert und als Energieträger in Zementwerken eingesetzt. „Das Material ist dort sehr begehrt, weil es einen hohen Heizwert besitzt und teuren Koks ersetzt“, weiß Bernd Frahm von der Gesellschaft zur Rückführung industrieller und gewerblicher Kunststoffverpackungen (RIGK), die seit 2003 Träger von PAMIRA ist.

 

Besonders viel Zuspruch findet das Rücknahmesystem in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie in den neuen Bundesländern. In den großen Betrieben dort fallen besonders viele Pflanzenschutz-Verpackungen an, die nur bei PAMIRA kostenfrei entsorgt werden können. Aber auch in Baden-Württemberg und Bayern werden inzwischen überzeugende Sammelergebnisse erzielt. (IVA)

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