Schweiz: Bauern lehnen neue Mehrwertsteuerregelung ab

Der schweizerische Bundesrat hat jetzt eine Zusatzbotschaft zur Mehrwertsteuerreform verabschiedet. Darin schlägt er ein Zwei-Sätze-Modell vor. Was auf den ersten Blick eine wünschenswerte Vereinfachung erscheint, ist auf den zweiten Blick eine unfaire Umverteilung auf dem Buckel der Konsumentenschaft und der Bauernfamilien, schreibt der SBV.

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Der schweizerische Bundesrat hat jetzt eine Zusatzbotschaft zur Mehrwertsteuerreform verabschiedet. Darin schlägt er ein Zwei-Sätze-Modell vor. Was auf den ersten Blick eine wünschenswerte Vereinfachung erscheint, ist auf den zweiten Blick eine unfaire Umverteilung auf dem Buckel der Konsumentenschaft und der Bauernfamilien, schreibt der SBV.

Um einen tieferen Satz für die Tourismusbranche einzuführen, wolle der Bundesrat den reduzierten Mehrwertsteuersatz für Lebensmittel auf bis zu 3,8% (aktuell 2,5%) anheben. Je nach Kompensationsmodell würde sich die Mehrwertsteuer für Dünger, Futter- oder Pflanzenschutzmittel sogar auf den Normalsatz von 8% erhöhen. Der Vorschlag des Bundesrats verteuere die Lebensmittel - immerhin ein Grundbedürfnis! - für die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten, kurbele den Einkaufstourismus an und schwäche damit die einheimische Wertschöpfungskette bis hin zu den Bauernfamilien, so der SBV. Je nach Modell würde die Landwirtschaft über massiv teurere Produktionsmittel zusätzlich zur Kasse gebeten. Die Folge: Die Wirtschaftlichkeit der Urproduktion und damit die landwirtschaftlichen Einkommen würden sinken, was die Schere zu den übrigen Branchen weiter öffnet. Es sei eine Schnapsidee geboren worden, die weit am Auftrag des Parlaments vorbeiziele. Der Schweizerische Bauernverband werde sich vehement dagegen zur Wehr setzen! (SBV)

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