Servicestelle Lückenindikation: Gemüsebau finanziert "Löwenanteil"

Auf der 160. Vorstandssitzung, die anlässlich der Fruit-Logistica am vergangenen Dienstag, 7. Februar, im Berliner ICC stattfand, befassten sich die Vorstandsmitglieder unter anderem mit der Festlegung konkreter Schritte zur Dauerfinanzierung der Servicestelle Lückenindikation und beschlossen, den größten Anteil zu tragen.

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Auf der 160. Vorstandssitzung, die anlässlich der Fruit-Logistica am vergangenen Dienstag, 7. Februar, im Berliner ICC stattfand, befassten sich die Vorstandsmitglieder unter anderem mit der Festlegung konkreter Schritte zur Dauerfinanzierung der Servicestelle Lückenindikation und beschlossen, den größten Anteil zu tragen. Auf der Sitzung im November 2011 in St. Peter-Ording hatten sie sich bereits einstimmig für die Einrichtung ausgesprochen.

Die Vorstandsmitglieder waren sich einig, dass eine Umlage nach den Gemüseanbauflächen die gerechteste Lösung ist. Einstimmig wurde der Beschluss gefasst, sich an der Dauerfinanzierung zu beteiligen. Die Vorstandsmitglieder der Fachgruppe Gemüsebau sehen sich über ihre gemüsebaulichen Mitgliedsorganisationen in der Verantwortung und werden sich dieser stellen.

Der Gemüsebau hat im Vergleich zu den anderen Fachsparten (Obstbau, Zierpflanzenbau, Baumschulen, Eiweißpflanzen, Wein u.a.) die meisten Anwendungsgebiete (AWG). Von insgesamt 4.383 beantragten AWG in Deutschland entfallen allein 2.025 AWG auf den Gemüsebau. Zählt man die frischen Kräuter, Heil- und Gewürzpflanzen noch hinzu, so sind es so-gar 2.636 AWG. Somit hat der Gemüsebau auch die meisten Indikations- und Bekämpfungslücken zu schließen - eine Mammutaufgabe, so der Vorstand. Insofern werde sich der Gemüsebau mit einem entsprechenden „Löwenanteil“ an der Finanzierung beteiligen, beschlossen die Vorstandsmitglieder der Fachgruppe Gemüsebau unter Leitung von Gerhard Schulz, Vorsitzender der Fachgruppe Gemüsebau (BfG) im Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG).

Weiterhin berichtete Schulz über ein erstes Erfolg versprechendes Gespräch in Sachen EHEC. Er hatte Experten zu einer ersten Runde am 19. Januar zur IGW nach Berlin geladen, um gemeinsam Ursachenforschung und Vermeidungsstrategien zu erarbeiten. Ziel sei es unter anderem, die Übertragungsmöglichkeiten von Erregern zu identifizieren, um rechtzeitig einer Infektion vorzubeugen. Klar sei immer noch nicht, ob sich der EHEC-Erreger im oder am Boxhornkleesamen, der aus Ägypten kam, befunden habe. Solche und weitere Fragen erörtert die Expertengruppe, die noch im Februar dieses Jahres ein weiteres Mal tagen wird. Die Federführung hat Direktor Professor Dr. Eckhard George vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt e.V. (IGZ) inne. Mit großer Sorge sehen die Mitglieder des Vorstandes der kommenden Gemüsefreilandsaison entgegen. Große Lücken zeigten sich bei wichtigen Gemüsekulturen. So stehe nach ersten Informationen der Wirkstoff Linuron (Afalon 450 SC) als alternativloses Herbizid in Deutschland wahrscheinlich nicht mehr zur Verfügung. Das würde bedeuten, dass bedeutende Gemüsekulturen wie Feldsalat (2.400 ha), Knollensellerie (1.500 ha), Bleichsellerie (245 ha), Möhren (10.300 ha), Buschbohnen (4.100 ha), Petersilie (1.200 ha), Dill (500 ha), Pastinake (50 ha), Wurzelpetersilie (324 ha) und Stangenbohnen nicht mehr wirtschaftlich angebaut werden können. 26 von 27 EU-Mitgliedsstaaten verfügten noch 2011 über diesen Wirkstoff Linuron, der bis dahin in Annex 1 gelistet ist. In Deutschland soll er schon in diesem Jahr nicht mehr genehmigt werden.

Die Fachgruppe Gemüsebau hat ein Strategiepapier vorgelegt, das in der kommenden Woche mit Vertretern der Bundesbehörden besprochen wird. Eine Lösung sei außerordentlich schwierig für Deutschland zu finden, so Vorsitzender Schulz abschließend. (ZVG/BfG)

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