Schweiz: Zierpflanzen aus Gartenzentren massiv belastet

Fast 80% der europaweit getesteten blühenden Pflanzen sind mit bienenschädlichen Pestiziden belastet. In der Schweiz liegt der Wert sogar bei 100%. Zudem ist über die Hälfte der Pestizide, die in den Schweizer Proben nachgewiesen wurden, im Zierpflanzenbau nicht zugelassen. Zu diesen schockierenden Ergebnissen kommt eine jetzt veröffentlichte Greenpeace-Studie.

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Fast 80% der europaweit getesteten blühenden Pflanzen sind mit bienenschädlichen Pestiziden belastet. In der Schweiz liegt der Wert sogar bei 100%. Zudem ist über die Hälfte der Pestizide, die in den Schweizer Proben nachgewiesen wurden, im Zierpflanzenbau nicht zugelassen. Zu diesen schockierenden Ergebnissen kommt eine jetzt veröffentlichte Greenpeace-Studie (GABOT berichtete). Greenpeace fordert von den betroffenen Firmen, umgehend auf bienenschädliche Pestizide zu verzichten und ihr Gartensortiment auf ökologische Produkte auszurichten. In der Schweiz wurden Blumen-Proben von Jumbo, Migros, Coop und den Garten- und Baumärkten Obi, Bauhaus und Hauenstein getestet.

Der Greenpeace-Report "Giftiger Garten Eden" hat 35 verschiedene bienenattraktive Pflanzenarten wie Veilchen, Lavendel und Primeln aus Gartenzentren, Baumärkten und Supermärkten in zehn europäischen Ländern auf chemische Gifte untersucht. Nur zwei der 86 Proben waren frei von Chemikalien, der Rest wies einen regelrechten Cocktail an Pestiziden auf. 14% der getesteten Blumen-Proben enthielten Pestizide, die in Europa keine Zulassung im Zierpflanzenbau haben. Außerdem wurden die umstrittenen Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide (Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin) in 60% der europaweit getesteten Blumen festgestellt. Diese systemischen Pestizide wurden in der EU und der Schweiz teilweise verboten und gelten als inakzeptables Risiko für Bienen und andere Bestäuber, wobei die Produktion in Gewächshäusern vom Verbot ausgenommen ist.

Zehn Proben aus der Schweiz wurden ebenfalls getestet. Darunter Narzissen, Krokusse und Glockenblumen von Jumbo, Migros, Coop und den Garten- und Baumärkten Obi, Bauhaus und Hauenstein. Jede Schweizer Probe enthielt Rückstände von mindestens zwei und bis zu fünfzehn verschiedenen Pestiziden. Alle Proben enthielten bienenschädliche Pestizide, vier davon Rückstände von Imidacloprid, das in der Schweiz teilweise verboten ist. Die höchsten Imidacloprid-Werte wiesen die Blumen von Obi und Jumbo auf.

"Gartenfreunde werden ungewollt zu Mittätern gemacht, selbst wenn sie keine Pestizide verwenden wollen", warnt Marianne Künzle, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace Schweiz. "Es ist absurd, Pestizide im landwirtschaftlichen Bereich für bienenattraktive Pflanzen zu verbieten und sie im eigenen Blumenbeet wieder zu finden." Der Einsatz von Neonicotinoiden bei Blumen, die zwar in Gewächshäusern gezogen, aber im Garten oder auf dem Balkon ausgesetzt werden, sei nicht im Sinne der gesetzlichen Einschränkung. Das Teilverbot müsse deswegen dringend ausgeweitet werden. Von 32 nachgewiesenen Pestiziden in den Proben, die hierzulande gekauft worden waren, seien 19 nicht für den Zierpflanzenbau in der Schweiz zugelassen; vier Wirkstoffe seien gar ganz verboten. (Quelle: Greenpeace)

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