Schweiz: Beliebt knackige rote Radieschen

Jetzt im März beginnt die Radieschen-Saison in der Schweiz. Sie läutet den Frühling ein, denn nach und nach kommen dann die frischen Salate auf den Markt.

Jetzt im März beginnt die Radieschen-Saison in der Schweiz. Sie läutet den Frühling ein, denn nach und nach kommen dann die frischen Salate auf den Markt. Radieschen werden heute teilweise von Hand, teilweise mit Maschinen geerntet. Einer, der das ganze Jahr lang das rote knackige Salat-Gemüse produziert, weiß, worauf man beim Anbau achten muss, damit die Qualität stimmt.

Radieschen sind Andreas Eschbachs wichtigstes Produkt. Der Gemüseproduzent aus Füllinsdorf, Baselland, produziert deshalb übers ganze Jahr sein Wurzelgemüse, zusammen mit Salaten, Kresse und im Sommer auch Tomaten und Gurken. Er hat einen Gemüsebaubetrieb, der typische Salat und Vorspeisen - Gemüse produziert. Die Hälfte in Gewächshäusern, die andere Hälfte im Freiland. Es gibt runde aber auch längliche Sorten, solche die eher rosa sind oder knallrote. Radieschen werden in der Schweiz von Genf bis St. Gallen, von Basel bis ins Tessin meistens gedeckt angebaut, in einem Gewächshaus also, in der Erde. Einige wenige Produzenten säen die Radieschen im Frühling auch im Freiland aus. Obwohl sie das ganze Jahr wachsen, jetzt im Frühling hat die rote scharfe Knolle Hochsaison, zusammen mit den ersten Schweizer Salaten Eichblatt und Kopfsalat. „Radieschen werden insbesondere im Frühling gut gekauft“, sagt Andreas Eschbach.

Bis zu 6x pro Jahr kann Andreas Eschbach ernten, im Sommer wachsen die Radieschen schneller, nach ca. 30 Tagen kann man sie ernten. Im Winter dauert es bis zu 3 Monate.

Nur wenige Produzenten haben das ganze Jahr Radieschen im Angebot, so wie Eschbach. Für ihn rentiert es. Nur leider macht momentan das Wetter nicht mit, das merkt man auch bei den Radieschen im Gewächshaus: zu wenig Sonne und Wärme lassen sie nur langsam wachsen. „ Die im Januar gesäten Radieschen werde ich wohl nicht bis Ostern ernten können“, sagt Andreas Eschbach.

 Niemand hat sie auf dem Einkaufszettel
Geerntet wird bei Eschbach seit kurzem maschinell, bei vielen Produzenten ist dies jedoch noch Handarbeit . Im Winter hat er bis zu 14 Mitarbeiter angestellt, im Sommer sogar bis zu 25. Die Radieschen werden aus der Erde gezogen und mit einer Schnur gebündelt. Anschließend werden sie gewaschen und dann verpackt, fertig für die Lieferung an die Großverteiler , wo sie einen Tag später im Gemüseregal liegen. Mit der wachsenden Beliebtheit von Fertigsalaten nimmt auch die Nachfrage an Kiloware für Radieschen zu. Die meisten Gemüseproduzenten liefern deshalb die Radieschen auch ungebündelt und ohne Blätter an die Gastronomie und Verarbeitungsbetriebe für Fertigsalate. Andreas Eschbach achtet darauf, dass die Qualität stimmt, auch bei den Blättern. „Radiesli verkaufen sich nur, wenn sie schön präsentiert werden. Viele Leute haben sie gar nicht auf dem Einkaufzettel, wenn die roten knackigen Radiesli sie im Laden anlachen, kaufen sie aber einen Bund oder zwei“, lacht Eschbach. Merken, dass Radiesli frisch und knackig sind, könne man an den grünen Blättern, die nicht lampig sein dürfen. Und innerhalb von 3 Tagen sollte man sie essen.

Nachhaltige Produktion und Innovationen sind Eschbach wichtig
Die Rüstabfälle kommen bei Eschbach auf den Kompost. Zusammen mit der Erde der Kresse gibt das gute wiederverwertbare Erde, die übrigens auch von einer Baumschule gerne gekauft wird.

 Der Betrieb Eschbach wurde vom Großvater gegründet, Andreas Eschbach hat ihn 1997 vom Vater übernommen. Da der Betrieb neu aufgebaut wurde und nicht aus einem Landwirtschaftsbetrieb entstanden ist , verfügt er über eher wenig Land. Um auf dem knappen Land effizienter zu produzieren wurde entschieden , auf einem Teil Gewächshäuser und Tunnel zu bauen. Vor zwei Jahren hat er das letzte Gewächshaus erstellt , es ist gemäß Eschbach das beste isolierte in der Schweiz und hat eine sehr gute CO2 - Bilanz. Gut ist außerdem, dass die Radieschen im neuen Gewächshaus 10 Tage weniger lang zu wachsen brauchen, bis sie geerntet werden können. Dank zwei Energieschirmen und Isolationsglas muß Eschbach nur während der kalten Winterzeit auf etwa 3 - 4 Grad heizen, den ganzen Sommer lang gar nicht. Geheizt wird mit warmem Wasser, das durch Röhren fließt. Diese können heruntergelassen werden bis zur Pflanze , um so am richtigen Ort die Wärme abzugeben. Das Wasser zur Bewässerung stammt aus gesammeltem Regenwasser. Der Betrieb Eschbach hat zwei große Teiche , die das Wasser sammeln. Mit diesen Maßnahmen konnte der Betrieb in den letzten Jahren nachhaltiger produzieren und insbesondere den Ölverbrauch minimieren. Da einige Gemüseproduzenten im Baselland in den letzten Jahren aufgehört haben, konnte Eschbach so seine Produktion laufend steigern.  


Wichtigste Facts zu Schweizer Radiesli:
Radieschen sind ein klassisches Frischgemüse und bestehen zu 94 aus Wasser. Deshalb haben sie nur 14 Kalorien pro 100 Gramm. Gesund sind sie aber:
Radieschen enthalten Vitamin C, Eisen, Calcium und Magnesium.
In der Schweiz werden auf 104 ha ca. 2.000 Tonnen angebaut.
Es wird fast nichts importiert, der Selbstversorgungsgrad ist hoch.
Der Pro Kopf Konsum in der Schweiz ist 0,3 kg pro Jahr.

Schweizer Gemüse wird nach SUISSE GARANTIE-oder nach Bio Suisse-Richtlinien angebaut. Suisse Garantie heisst: das Produkt stammt garantiert aus der Schweiz, es wird umweltgerecht und ohne Gentechnik hergestellt. Mehr unter www.suissegarantie.ch oder www.bio-suisse.ch (VSGP)

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