LALLF: "Jetzt Rosskastanien im Auge behalten"

"In den letzten Jahren wird zunehmend über ein Sterben von Rosskastanien berichtet, welches hauptsächlich durch ein Bakterium der Pseudomonaden, Pseudomonas syringae pv. aesculi, verursacht wird", so Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.

Anzeige

"In den letzten Jahren wird zunehmend über ein Sterben von Rosskastanien berichtet, welches hauptsächlich durch ein Bakterium der Pseudomonaden, Pseudomonas syringae pv. aesculi, verursacht wird“, so Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. Sowohl weiß als auch rot blühende Kastanien sind betroffen, ebenso wie junge und alte Bäume. Es beginnt mit rostbraunen bis schwärzlichen Leckstellen am Stamm und an unteren Ästen, zum Teil in der Kombination mit Ausfluss (Foto). Das Holz unter diesen Leckstellen ist zonal verbräunt. Es folgen Rindenrisse, aufgehelltes Laub, vorzeitige Kronenverkahlung und letztendlich oft das Absterben des Baumes.

„Unsere Untersuchungen haben bestätigt, dass zahlreiche Einzelbäume, aber auch Abschnitte ganzer Alleen in M-V von der Krankheit befallen sind“, sagt Feldhusen. Die Infektionswege der Erkrankung sind noch nicht geklärt. Auch die Frage, ob die Bakterien durch das Vorhandensein anderer Erreger gefördert werden und ob sie selbst das Ansiedeln weiterer Pathogene (krank machenden Faktoren) erleichtern, muss untersucht werden. Die Artenzusammensetzung mehrerer Schaderreger würde den raschen Verfall der betroffenen Kastanien erklären. Beispielsweise sind schwarze Leckstellen oft gemeinsam mit Baumpilzen wie Austernseitling, Samtfußrübling oder Fleischroter Rindenpilz angetroffen worden. Ihr Pilzgeflecht unter der Rinde ruft eine Weißfäule des Kastanienholzes hervor, welche zu Astbrüchen führt und die Standsicherheit des Baumes verringert. Bis dato gibt es keine Bekämpfungsmöglichkeiten.

Die Anwesenheit solcher Baumpilze ist äußerlich nur über ihre konsolenförmigen Fruchtkörper am Stamm und den unteren Ästen erkennbar. Diese werden allerdings nur im Spätherbst gebildet und vergehen im Frühjahr wieder. Deshalb bietet sich in den kommenden Wochen die Gelegenheit, Rosskastanien auf Baumpilzbefall hin zu kontrollieren. „Der Pflanzenschutzdienst des LALLF ist für Informationen zu Baumpilzbefällen dankbar“, unterstreicht Feldhusen. (LALLF)

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.