Niedersachsen: Frühstart für Kirschen

Im Alten Land freuen sich die Obstbauern über einen frühen Start der Kirschernte. Auf dem Wochenmarkt, im Hofladen oder im Supermarkt können sich Kirschenfans mitfreuen, denn die Kirschen liegen rot, rund und süß in den Auslagen und überzeugen neben ihrem Aussehen mit bestem Geschmack.

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Im Alten Land freuen sich die Obstbauern über einen frühen Start der Kirschernte. Auf dem Wochenmarkt, im Hofladen oder im Supermarkt können sich Kirschenfans mitfreuen, denn die Kirschen liegen rot, rund und süß in den Auslagen und überzeugen neben ihrem Aussehen mit bestem Geschmack. Warme Temperaturen und angepasste Niederschläge sorgen für volle Bäume und Spitzenqualitäten, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Die Ernte beginnt mit frühen Sorten wie Naprumi, Earlise und Burlat. In dieser Woche startet zudem die Ernte der Sorte Merchant, berichtet Dr. Matthias Görgens vom Obstbauzentrum in Jork. Während der sieben- bis achtwöchigen Kirschensaison haben jede Woche ein bis zwei Kirschensorten ihre Haupterntezeit. Gegen Ende Juni startet die Haupternte der „Knubber“, ein Oberbegriff für die Kirschsorten, deren Fruchtfleisch im Vergleich zu den frühen Sorten fester ist. Die dicksten und süßesten Kirschen gibt es gegen Ende der Saison. Unter ihnen finden sich robuste Sorten wie Karina, Octavia oder Regina, die im Alten Land gezüchtet wurden und hier seit bis zu 40 Jahren beheimatet sind. Das „a“ am Ende des Frauennamens ist ein Erkennungsmerkmal für ihre Herkunft.

An der Niederelbe setzen die Obstbauern besonders auf Qualität. Für ihre Süßkirschen investieren viele Anbauer derzeit zwischen 50.000 und 80.000 Euro pro Hektar in Foliendächer, berichtet der Obstbauer und Vorsitzende der Fachgruppe Obstbau im Landvolk Niedersachsen, Ulrich Buchterkirch. Damit gehen sie gleichwohl ein hohes Risiko ein, denn ein gewaltiger Gewittersturm könnte diese Dächer wieder zerstören. Wenn alles gut geht, muss die Folie auf dem Grundgerüst nach rund zehn Jahren erneuert werden, die Kirschbäume hingegen tragen 20 bis 25 Jahre Früchte. Derzeit ist etwa jede vierte Kirschplantage mit einem Dach versehen. Die Kirschen gewinnen darunter noch einmal deutlich an Qualität, denn unter der Folie sind die runden Früchte vor größeren Vogelangriffen und dicken Regentropfen, die sie ansonsten zum Platzen bringen könnten, gut geschützt. „Selbst wenn Regen angesagt ist, können die Kirschen jetzt auch mal einen Tag länger am Baum bleiben und mit der optimalen Reife für einen guten Geschmack geerntet werden“, sagt Matthias Görgens. Da in den nächsten Wochen viel Sonnenschein angesagt ist, rechnen die Obstanbauer derzeit mit einer guten Ernte. An die Kirschzeit schließt sich die Apfelsaison an. Görgens erwartet auch hier einen frühen Start und gute Qualitäten. An der Niederelbe wachsen auf rund 6% der Fläche Kirschen heran, den Großteil machen aber mit etwa 90% die Äpfel aus, der Rest der Fläche verteilt sich auf Birnen, Pflaumen, Zwetschen und Beeren. Insgesamt umfasst das Gebiet rund 10.000ha Obstanbaufläche. (LPD)

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