VSSE: Erdbeerpflanzen stehen gut da

Trotz der letztjährigen Trockenheit stehen die Erdbeerpflanzen deutschlandweit gut da. Während in Süd- und Mitteldeutschland die Ernte bereits im Tunnelanbau begonnen hat, wird die Ernte im Osten und Norden, etwas später, Ende April beziehungsweise Anfang Mai beginnen.

In Süddeutschland wurde mit der Erdbeerernte begonnen. Bild: VSSE e.V./Christoph Göckel.

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Nach aktueller Einschätzung ist der Großteil der Erdbeerpflanzen gut über den Winter gekommen, auch die kalten Frostnächte im April haben auf den ersten Blick keine größeren Schäden hinterlassen. Allerdings haben die Stürme im März und April bei den Anbauern Schäden und zusätzliche Arbeit verursacht.

„Nach dem letztjährigen schwierigen Produktionsjahr, das von Wetterextremen, hohen Erntemengen, schlechten Preisen und Erntehelfermangel geprägt war, blicken die Erdbeeranbauer positiv auf diese Saison. Aktuell spricht alles dafür, dass es ein gutes Erdbeerjahr mit ausreichend aromatischen Früchten wird“, Simon Schumacher, Vorstandssprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE).

Warme und helle Tage bereits im Februar haben für einen frühen Entwicklungsstart der Erdbeerpflanzen gesorgt, der aber durch die kalten Phasen im März wieder ausgebremst wurde. „Die Pflanzen sind optimal über den Winter gekommen. Da es bereits viel Licht im Februar gab, hat die generative Entwicklung der Erdbeerpflanzen bereits zu diesem Zeitpunkt begonnen. Die Blüten sind teilweise groß und deuten auf große Früchte hin. Jetzt nach Ostern wird die Erdbeersaison in Süddeutschland beginnen“, erklärt Christof Steegmüller, Erdbeeranbauberater in Baden-Württemberg und der Pfalz.

Katrin Hetebrügge, Erdbeeranbauberaterin in Hessen, resümiert: „Nun hat die Ernte in den Tunneln in Südhessen begonnen. Die Fruchtgröße sieht gut aus. Mit steigenden Erntemengen ist Ende April beziehungsweise Anfang Mai zu rechnen. Die Pflanzbedingungen waren bei der Trockenheit im vergangenen Jahr sehr schwierig und nicht optimal für die Anwachsphase der Pflanzen. Hier muss man noch abwarten, ob das Auswirkungen auf die Ernte hat.“

Auch wenn die Erdbeerbestände allen Grund zum Optimismus geben, so bleiben dennoch folgende Herausforderungen bestehen: ausreichend Erntehelfer und Erntehelferinnen zu bekommen sowie einen fairen Preis für die Fürchte zu erhalten, der die steigenden Produktionskosten deckt und Investitionen ermöglicht.

Deutsche Erdbeeren konkurrieren mit Importware

„Wir würden uns freuen, wenn der deutsche Handel zügig auf die vorhandene deutsche Ware umsteige“, betont Ludger Linnemannstöns, Erdbeeranbauberater aus Nordrhein-Westfalen. Laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) hielten sich die Erdbeeren aus Spanien im vergangenen Jahr hartnäckig in den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels, auch wenn es bereits mehrere Wochen deutsche Ware gab. So konnten viele Erzeuger ihre Früchte nur in der Direktvermarktung und über den Großhandel absetzen. Insgesamt importierte Deutschland laut AMI im vergangenen Jahr 5 Prozent weniger Erdbeeren als 2017 (2018: rund 103 000 Tonnen). So liegt der Selbstversorgungsgrad, der Anteil deutscher Erdbeeren an der gesamten Marktversorgung, nun bei 60,8% und damit um 2,1 Prozentpunkte höher als 2017.

Geschützter Anbau nimmt zu

Der Anteil des geschützten Anbaus am gesamten Erdbeeranbau ist laut Statistischem Bundesamt 2018 um 21,4% gestiegen, und macht nun 12% der Erdbeeranbaufläche im Ertrag aus. Dabei liegt der Ertrag im geschützten Anbau um 60% höher als im Freiland. Laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) wird sich der Trend zum geschützten Erdbeeranbau auch 2019 fortsetzen.

Neben der Erntesicherung vor Starkregen, Hagel und Frost liegt der Fokus zunehmend darauf, die Qualität der Erdbeeren zu sichern und noch bessere Qualitäten zu erreichen.

Rückblick auf die Saison 2018

Laut dem Statistischen Bundesamt fiel die Erdbeerernte 2018 in Deutschland mit 141.693 Tonnen um 4,7% höher aus als im Vorjahr. Gleichzeitig ist die Anzahl der Betriebe, die Erdbeeren anbauen, um 6,8% auf 2.101 Betriebe zurückgegangen. Auch die Anbaufläche ist mit rund 1% leicht rückläufig. Laut der AMI trieben die extremen Witterungsbedingungen wie mehrfacher Starkregen, Hagel, Hitze und extreme Trockenheit die an sich schon von Jahr zu Jahr steigenden Produktionskosten in die Höhe. Hinzu kamen Herausforderungen wie Erntehelfermangel und die Konkurrenz durch Importe bis in die deutsche Erdbeersaison hinein.

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