Schweiz: Feuerbrand auf dem Vormarsch

Trotz den obligatorischen Maßnahmen ist der Feuerbrand im Wallis weiter im Vormarsch.

Der Feuerbrand ist weiter eine Gefahr. Bild: Kanton Wallis.

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Etwas mehr als einen Monat nach der Entdeckung des ersten Befalls mit Feuerbrand im Wallis in den Apfel- und Birnenkulturen der Talebene im Mittelwallis geht aus einer ersten Standortbestimmung hervor, dass ca. 15 Hektar im Gebiet von Sitten West bis Granges befallen sind. Aus diesen Grund mussten tausende Bäume ausgerissen werden, was zum heutigen Zeitpunkt einer Entschädigung von mehr als 500.000 Franken an die Produzenten entspricht.

Trotz den obligatorischen Maßnahmen, d.h. Herausreißen der betroffenen Bäume und ihrer Nachbarbäume sofern die Kontaminierung 20 bis 30% der Parzelle betrifft sowie Eliminierung aller Bäume bei höheren Werten, ist der Feuerbrand im Wallis weiter im Vormarsch. Die Krankheit profitiert von den für ihre Entwicklung günstigen Wetterbedingungen (Hitze und Feuchtigkeit) und dem Fehlen eines Heilmittels, um sich in den Anbaugebieten auszubreiten. Das Amt für Obstbau empfiehlt allen Produzenten der betroffenen Region wachsam zu sein, um eventuell neue Herde aufzudecken sowie eine rigorose Disziplin in Sachen Hygieneregeln und Vorsichtsmaßnahmen in den infizierten Zonen, um eine Ausbreitung der für den Obstbau fatalen Krankheit zu verhindern.

Dem Wallis liegt viel daran, seinen Status als Schutzgebiet zu bewahren. Neben der Möglichkeit, obligatorische Bekämpfungsmassnahmen zu ergreifen, wenn die Anwesenheit des für die Krankheit relevanten Bakteriums Erwinia amylovora bestätigt ist, ermöglicht dieser Status, die Produzenten im Vorfeld zu verpflichten, Pflanzen aus einer Schutzzone zu beschaffen, bevor neu angepflanzt wird. Müssen Bäume herausgerissen werden, garantiert dieser Status die Entschädigung der Produzenten in Höhe von 50-75% durch den Bund und der Rest zu gleichen Teilen durch den Kanton und die betroffene Gemeinde (Wert des Pflanzenkapitals und Ertragsausfall). Zum heutigen Zeitpunkt entsprechen die 15 betroffenen Hektar einer Entschädigung in Höhe von mehr als 500.000 Franken.

Das Amt für Obstbau hält mit Unterstützung der Pflanzenschutzkontrolleure den erhöhten Rhythmus der Kontrollen vor Ort aufrecht, da das Risiko einer Ausbreitung mit der bevorstehenden Ernte weiterhin hoch ist. Bei jedem Herd werden systematisch im Umkreis von 500 m Schürfproben entnommen. Im Falle neuer Symptome wird eine Probe entnommen und im Amt oder im Labor für Feuerbrand von Agroscope in Wädenswil untersucht. Die kranken Bäume werden danach herausgerissen. Das Amt ermahnt Produzenten und Privatpersonen, unverzüglich jegliche Auffälligkeit zu melden (027 606 76 20).

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