Obsternte: Saftpressen helfen bei der Verwertung

Äpfel, die bereits vom Baum gefallen sind, aber noch gut aussehen, die vielleicht zu wenig Sonne abbekommen haben oder einfach sehr klein sind, eignen sich immer noch zur Herstellung von Apfelsaft.

Obstbauern im Alten Land rechnen mit durchschnittlichem Ertrag bei guter Qualität. Bild: LPD.

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Die sonnigen Tage und kalten Nächte haben den Früchten ein ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis beschert und die große Sortenvielfalt von Äpfeln aus Streuobstwiesen wie der Sorten Schöner von Boskoop, Moringer Rosenapfel, Freiherr von Berlepsch und noch vielen weiteren sorgen für ein volles Aroma. Das wirkt sich auch auf den Geschmack des Apfelsaftes aus, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Der Landesbauernverband weist darauf hin, dass mit der Verwertung von Streuobst zu Apfelsaft aktiv der Verschwendung von Lebensmitteln entgegengewirkt werden kann.

Nach einer schwachen Ernte im Vorjahr fällt die Apfelernte 2020 in Niedersachsen regional sehr unterschiedlich aus. Während die Apfelbäume im Alten Land durch die nahe Elbe „mit den Wurzeln im Wasser stehen“ und immerhin eine durchschnittliche Ernte liefern, haben die Bäume im Landesinneren ohne Bewässerung unter dem dritten trockenen Sommer gelitten und ihre Früchte oft sehr früh abgeworfen. In Regionen in denen die Blüten die Spätfröste im Frühjahr glimpflich überstanden haben, rechnen die Mostereien mit einem durchschnittlichen Ertrag. Die Früchte verleihen dem Saft einen aromatischen und fruchtig-süßen Geschmack. Wer seinen eigenen Apfelsaft pressen lassen möchte oder überschüssiges Obst abzugeben hat, kann es zu einer Mosterei oder Oeiner mobilen Saftpresse bringen und im Gegenzug Apfelsaft in Flaschen oder Beuteln mit nach Hause nehmen.

Alle, die keinen Zugang zu Apfelbäumen haben, sollten auf Früchte oder Saft aus regionalem Anbau zurückgreifen und damit das Klima schonen. Immerhin verzehrte jeder Verbraucher im vergangenen Jahr nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) durchschnittlich rund 17 Kilogramm Äpfel. Mit dem Obstanbaugebiet im Alten Land, auf der Stader Geest und in Kehdingen haben Niedersachsens Verbraucher einen Apfelgarten direkt vor ihrer Haustür, der ein reiches Angebot liefert. Jeder dritte deutsche Apfel wird dort gepflückt. In diesem Jahr summieren sich die saftigen Früchte auf etwa 290.000 Tonnen, rechnen die Ernteschätzer der AMI vor. Damit läge die Erntemenge ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres, allerdings mit erhöhtem Aufwand: Während der kalten Nächte im Frühjahr haben die meisten Obstbauern bis zu 25 Mal die Frostschutzberegnung angeworfen, um die zarten Blüten zu schützen. (LPD)

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