Interpoma China Congress: 3 informationsreiche Tage

Vom 15. bis 17. April fand in Shanghai die dritte Auflage des internationalen Kongresses „China and the Apple in the World“ statt.

Internationaler Kongress „China and the Apple in the World“ in Shanghai.

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Das Erfolgsformat von Messe Bozen bietet nun auch in China einen umfassenden Überblick über die Apfelbranche, von der Bewirtschaftung der Obstanlagen vor und nach der Ernte über die Vermarktung der Äpfel und bis hin zu Verbrauchertrends.

Die dritte Auflage der Interpoma China fand vom 15. bis 17. April in Shanghai statt. Insbesondere das rege Interesse am internationalen Kongress „China and the Apple in the World“ unterstrich einmal mehr die Bedeutung von Interpoma als Leitmesse für die Apfelbranche. Für die Abwicklung dieses Kongresses zeichnete Kurt Werth, ein ausgewiesener Experten der Apfelwirtschaft, verantwortlich. Mehr als 250 Interessierte besuchten dabei die 12 Vorträge von Referenten aus China, Neuseeland, der Schweiz und Italien.

„Die Apfelproduzenten stellen derzeit in China die größte Gruppierung dar und 70% von ihnen züchten Fuji“, erläutert Liu Mau Wah, Präsident der Joy Wing Mau Group, einer der wichtigsten Obstgroßhändler Chinas. „In China werden seit vielen Jahren Fuji angebaut, aber der Markt verlangt nun nach neuen Apfelsorten – eine großartige Chance für die Apfelbranche. Der von Interpoma in China veranstaltete Kongress ist eine äußerst wichtige Veranstaltung, die den Apfelproduzenten interessante Inhalte und Informationen über die verschiedenen weltweit im Apfelanbau eingesetzten Technologien bietet“, bekräftigt Liu Mau Wah.

China ist mit 41,39 Mio. Tonnen produzierten Äpfeln im Jahr 2017 und einer Anbaufläche von insgesamt 2,22 Mio. Hektar der größte Apfelproduzent der Welt. Aber nicht nur das: „Laut dem National Bureau of Statistics stieg der Apfelkonsum in China zwischen 2006 und 2017 von 25,12 Mio. Tonnen auf 43,5 Mio. Tonnen, das entspricht einem Anstieg von 70% in nur 11 Jahren. Bei einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 31,4 kg Äpfeln liegt der Gesamtverbrauch in China bei über der Hälfte des weltweiten Gesamtverbrauchs. Das Land ist daher der größte Apfelkonsument weltweit“, erklärt Cheng Cungang vom National Apple Breeding Center, Research Institute of Pomology, Chinese Academy of Agricultural Sciences. Sein Vortrag am ersten Kongresstag weckte großes Interesse, da er über den Status quo der Apfelbranche in China referierte und Aspekte aufzeigte, die zur Erreichung bestimmter Entwicklungsziele verbessert werden müssen. „Die chinesische Apfelbranche muss unbedingt durch den Einsatz moderner Anbaumethoden vorangetrieben werden. Das Ziel muss es sein, die Apfelwirtschaft zu einer reichen und erfolgversprechenden Branche zu machen, in der man gerne lebt und arbeitet“, führt Cheng Cungang weiter aus. „Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Ressourcen wie Wasser und Boden geschont, weniger Dünger und Pestizide eingesetzt und die manuelle Arbeit durch den Einsatz moderner Technologien und Maschinen reduziert werden. Auch der Nachhaltigkeit und dem Umweltschutz muss mehr Beachtung geschenkt und die Produktivität und folglich auch die Rentabilität müssen gesteigert werden. Um das alles umzusetzen, müssen die Unternehmen dahingehend sensibilisiert werden, an diese zukunftsweisende Entwicklung zu glauben und in sie zu investieren“, unterstreicht Cheng Cungang.

Roger Harker, Professor an der Universität Auckland (Neuseeland), referierte über die für den Konsument zunehmend wichtiger werdenden Faktoren wie Farbe, Größe, Geschmack, Konsistenz und Preis von Äpfeln. „Die Qualität der Lebensmittel hat für die Konsumenten oberste Priorität. Die Obstbauern können die Qualität ihrer Äpfel steuern, und zwar durch die Auswahl der Kulturvarietät, die Bewirtschaftung ihrer Apfelplantagen und den Reifegrad der Äpfel bei der Ernte. Im Auge des Konsumenten ergibt sich der Wert eines Apfels aus dem Preis-Leistungs-Verhältnis“, erläutert Harker.

Auf der Tagesordnung des Kongresses standen außerdem die Vorträge von Kurt Werth, der einen Überblick über die Apfelproduktion in Russland und Asien gab und darlegte, wie mittels chemischer Ausdünnung der manuelle Aufwand verringert werden kann. Matteo Bartolini vom CIA (Italienischer Landwirtschaftsverband) gab hingegen einen Einblick in den biologischen Anbau und beleuchtete die Trends und Entwicklungen in der Europäischen Union. Claudio Sedivy vom Schweizer Unternehmen Wildbiene und Partner hob in seinem Vortrag die Bedeutung der Bienen und der Bestäubung im Apfelanbau hervor. Die neuen Herausforderungen im Bereich des Pflanzenschutzes im Apfelanbau in China wurden von Zhou Zongshan vom Plant Protection Center, Research Institute of Pomology, Chinese Academy of Agricultural Sciences erörtert und Cherry Li, Agronom des chinesischen Unternehmens Netafim, thematisierte den Einsatz von flüssigen oder wasserlöslichen Düngern (Fertigation) in den Apfelplantagen.

Am letzten Kongresstag stand mit den Vorträgen von Walter Guerra vom Land- und Forstwirtschaftlichen Versuchszentrum Laimburg (Italien) und Cong Peihua, Direktor der Abteilung Apple Breeding des National Apple Industry Technology System (China), vor allem die Sorteninnovation im Mittelpunkt. Alberto Dorigoni von der Stiftung Edmund Mach (Italien) und der Berater Stefan Nicolodi referierten jeweils über moderne Anbausysteme und die neuesten Techniken im Bereich der Baumzucht.

Der nächste wichtige Termin für Vertreter der Apfelbranche ist die zwölfte Auflage der Interpoma in Bozen (Südtirol/Italien), die vom 19. bis 21. November 2020 stattfinden wird.

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