HSWT: 3. Symposium für Ökonomie im Gartenbau

Nichts Geringeres als die Zukunft war Mitte November Thema beim '3. Symposium für Ökonomie im Gartenbau' am Campus Weihenstephan der HSWT.

Die Organisatoren Dr. Walter Dirksmeyer vom Institut für Betriebswirtschaft des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vorne rechts) und Prof. Dr. Klaus Menrad von der Fakultät 'Gartenbau und Lebensmitteltechnologie' der HSWT (erste Reihe, Zweiter von links) mit den Referentinnen und Referenten des Symposiums. Bild: HSWT

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Die Digitalisierung und die Automatisierung verändern als globale Megatrends den Alltag der Menschen sowie Produktion und Handel einschneidend und rasant. Auch die gartenbaulichen Wertschöpfungsnetzwerke werden davon beeinflusst. Je früher sich die Gartenbaubranche aktiv mit diesen Zukunftsthemen beschäftigt, desto eher kann sie die Chancen dieser Entwicklung gewinnbringend nutzen und die bevorstehenden Herausforderungen erkennen und bewältigen. Die Fakultät 'Gartenbau und Lebensmitteltechnologie' lud zusammen mit dem Institut für Betriebswirtschaft des 'Johann Heinrich von Thünen-Institut - Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei' zum Symposium ein. 70 Gäste aus der ganzen Bundesrepublik fanden sich am Campus Weihenstephan der HSWT ein.

Bei der Produktion, der Distribution oder dem Verkauf gartenbaulicher Produkte und Dienstleistungen - in allen Sparten ist der Gartenbau durch Digitalisierung und Automatisierung Veränderungen unterworfen. Neue technische Möglichkeiten bieten einerseits Chancen: etwa für eine ressourcenschonendere Produktion, eine optimierte Logistik, neue Formen des Verkaufs und der Kundeninformation oder für eine effizientere Koordinierung von Wertschöpfungsnetzwerken. Andererseits bestehen Bedenken, etwa im Hinblick auf stärkere Abhängigkeiten von dominanten Akteuren, Datenschutz und -sicherheit, Verlust von Arbeitsplätzen oder steigenden Anforderungen an betroffene Arbeitnehmer.

Smart-Farming-Technologien in der Landwirtschaft

Wann werden Landwirte und Gartenbauer durch Roboter ersetzt? Nie, so Prof. Dr. Achim Walter, Institut für Agrarwissenschaften der ETH Zürich, der zum Thema Smart Farming-Technologien in der Landwirtschaft sprach. Aber sie werden zunehmend von Robotern unterstützt werden; es sei nur die Frage, in welchen Bereichen zuerst. Walter stellte bereits existierende Roboteranwendungen und Anwendungen von Bildverarbeitungen im Pflanzenbau sowie Forschungsansätze seiner Arbeitsgruppe vor.

4.0-Technologien im Gartenbau

Dr. Martin Geyer vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. sprach zu 4.0-Technologien im Gartenbau. Die Automatisierung im Gartenbau sei bereits weit fortgeschritten, besonders im Zierpflanzenbau und bei der Aufbereitung. Herausforderungen seien beispielsweise komplexe Arbeiten an der Pflanze wie etwa die selektive Ernte und die Beherrschbarkeit der Datenflut. Zu den Vorteilen zähle zum Beispiel die Verringerung der Ernteverluste durch optimierte Prozessketten. Einblicke von Unternehmensseite gab zu diesem Thema Rainer Carstens, Geschäftsführer der Westhof Bio-Gemüse GmbH & Co. KG. Sein Ziel ist es, vorhandene computerbasierte Systeme zu optimieren und die gesamte Wertschöpfungskette mittels der Integration von intelligenter Software zur vernetzen. Tanja Dworschak vom Nürnberger Kräuterproduzenten Bioland KräuterGut berichtete von den Erfahrungen des Unternehmens mit digitalen Prozessen in der Produktion.

Dr. Thomas Schmidt, Referatsleiter im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft referierte zu "Strategien des BMEL zur Innovationsförderung im Gartenbau". Elf weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berichteten in Kurzvorträgen über Ergebnisse und Zwischenstände laufender oder abgeschlossener Forschungsprojekte im Bereich der Gartenbauökonomie. Darunter der HSWT-Absolvent Dr. Andreas Gabriel mit dem Thema 'Akzeptanz von Digital Farming Technologien in der Praxis und in der Gesellschaft' sowie Daniel Berki-Kiss, Doktorand an der HSWT bei Prof. Dr. Klaus Menrad, der sich mit den Indikatoren für die Kaufabsicht von Fairtrade-Rosen bei unterschiedlichen Konsumentengruppen beschäftigt. Er berichtete, dass sich die Nachfrage nach nachhaltiger Produktion auch in diesem Bereich rasant entwickle. Mittlerweile ist jede vierte in Deutschland verkaufte Rose Fairtrade zertifiziert.

Der Tagungsband zum Symposium erscheint voraussichtlich im Februar 2020.

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