Hessen: Mit digitalen Lösungen Herausforderungen der Landwirtschaft meistern

Hessens Digitalministerin Prof. Sinemus besucht Zweilindenhof in Hohenstein.

von links nach rechts: IVA-Hauptgeschäftsführer Frank Gemmer, Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus, HBV-Generalsekretär Hans-Georg Paulus sowie Betriebsinhaber Torsten Reim. Bild: HBV.

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Die steigenden Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft steht, erfordern neue Lösungen – großes Potenzial bieten Smart-Farming-Technologien und die Digitalisierung. Wie solche digitalen Lösungen für eine zielgenaue Ausbringung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln in der Praxis aussehen, war heute Thema beim Besuch der Hessischen Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Prof. Dr. Kristina Sinemus, auf dem Zweilindenhof in Hohenstein, zu dem der Hessische Bauernverband e. V. (HBV) und der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) eingeladen hatten.

Der Inhaber und Betriebsleiter des Zweilindenhofs, Torsten Reim, gehört zu den Pionieren der Präzisionslandwirtschaft in Deutschland. Seit über zehn Jahren arbeitet und experimentiert er mit digitalen Werkzeugen im Ackerbau und will sein Wissen jetzt weitergeben. Reim sagte: „Die besten Technologien helfen uns nur dann, wenn der Landwirt sie mit seinem Know-how und seiner Erfahrung verknüpfen kann. Deshalb muss Präzisionslandwirtschaft oder, wie ich gerne sage, ,deep farming‘ zu einem festen Bestandteil der landwirtschaftlichen Ausbildung und der Beratung werden.“

Die Hessische Digitalministerin ging in einem Grußwort auf die Bedeutung innovativer Entwicklungen in der Landwirtschaft ein. Sinemus sagte: „Digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz, Robotik, Blockchain, Hochleistungsrechnern, das Internet der Dinge, 5G oder Satelliten-Internet haben das Potenzial, die Landwirtschaft in die Lage zu versetzen, effizienter und ressourcenschonender zu produzieren. Die Landwirtschaft ist einer der Schlüsselsektoren, in dem digitale Lösungen zu einem Mehr an Produktivität und einem Mehr an Umweltschutz beitragen können – nicht nur in Hessen und Europa, sondern weltweit.“

Der Generalsekretär des Hessischen Bauernverbands, Hans-Georg Paulus, wies darauf hin, dass die Anforderungen von Politik und Gesellschaft an die Landwirtschaft in Bezug auf den Umwelt-, Klima- und Tierschutz in den letzten Jahren deutlich zugenommen hätten. „Darüber hinaus führen uns der Ukraine-Krieg und zum Beispiel langanhaltende Dürreperioden vor Augen, dass die Versorgung der Weltbevölkerung mit Lebensmitteln keine Selbstverständlichkeit ist. Digitale Technologien im Ackerbau und in der Tierhaltung können maßgeblich dazu beitragen, diese Herausforderungen zu meistern. Um die Potenziale der Digitalisierung in der Landwirtschaft voll ausschöpfen zu können, ist eine flächendeckende Verfügbarkeit von schnellem Internet unabdingbar. Schließlich müssen sich die hohen Investitionen für den Landwirt auch rechnen.“

IVA-Hauptgeschäftsführer Frank Gemmer betonte, dass in der Digitalisierung der Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit im Ackerbau liegt: „Im Zusammenspiel mit moderner Anwendungstechnik leisten digitale Werkzeuge einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Pflanzenschutz- und Düngemitteln, ohne dabei die Erträge zu gefährden. Mit dem konsequenten Einsatz von Smart-Farming-Technologien lässt sich rund ein Viertel dieser Betriebsmittel einsparen, wie Wissenschaftler jetzt errechnet haben. Dazu aber braucht es erhebliche Investitionen in der Landwirtschaft – und eine leistungsfähige digitale Infrastruktur.“ (HBV/IVA)

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